Grünwald/München (dpa) - Vier Tage nach dem verheerenden Feuer in seiner Villa sitzt Bayern-Profi Breno wegen Verdachts auf schwere Brandstiftung in Untersuchungshaft.

Das Amtsgericht München habe gegen den 21-Jährigen Haftbefehl wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr erlassen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I mit. Die Villa des Profis vom deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München war in der Nacht zum Dienstag komplett ausgebrannt. Es entstand ein Millionenschaden.

Am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass gegen den jungen Brasilianer ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Breno steht unter Verdacht, das Feuer in seiner Villa im Münchner Nobel-Vorort Grünwald vorsätzlich gelegt zu haben. Nach den vorläufigen Einschätzungen des Brandsachverständigen gebe es Hinweise, dass es sich bei dem Feuer um «kein zufälliges Ereignis» gehandelt habe, berichtete Behördensprecher Thomas Steinkraus-Koch.

«Wir waren alle sehr überrascht», sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes unmittelbar vor der Heimpartie gegen Bayer Leverkusen im TV-Sender Sky zum Haftbefehl gegen seinen Spieler. Inhaltlich wollte er zu den Vorgängen aber keine Stellung nehmen. «Man muss erst einmal die Untersuchungen abwarten.» Sportdirektor Christian Nerlinger sei «Tag und Nacht» bei Breno, betonte der Coach.

Um kurz nach Mitternacht war der Brand in der Nacht zum vergangenen Dienstag in der Villa ausgebrochen. Breno hielt sich zum Zeitpunkt des Feuers im Haus auf, seine Ehefrau Renata und deren drei Kinder waren nicht daheim.

Breno war Anfang 2008 zum Rekordmeister gekommen, konnte sich dort aber bisher nicht gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. In der Rückrunde der Spielzeit 2009/10 wurde der Innenverteidiger an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen. Dort erlitt Breno aber nach nur wenigen Spielen einen Kreuzbandriss und fiel bis zum Saisonende aus. Auch danach hatte er wiederholt mit Verletzungen zu kämpfen. Am Montag - also wenige Stunden vor dem Brand - soll er wieder über Knieprobleme geklagt haben und sogar ein Karriereende befürchtet haben.

«Wir werden weiter ermitteln», erklärte Steinkraus-Koch das weitere Vorgehen. Breno muss nun erst einmal in Untersuchungshaft bleiben. Allerdings könnte der Abwehrspieler möglicherweise etwa gegen die Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß kommen.