Mainz (dpa) - Borussia Dortmund kann doch noch gewinnen. Dank eines Last-Minute-Treffers von Lukas Piszczek kam der deutsche Meister beim FSV Mainz 05 zu einem verdienten 2:1 (0:1) und hat den Blick in der Fußball-Bundesliga wieder nach oben gerichtet.

Zudem feierten die Schwarz-Gelben eine gelungene Generalprobe für das zweite Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch bei Olympique Marseille. Vor 34 000 Fans in der ausverkauften Coface Arena hatte Nicolai Müller die Hausherren in der 33. Minute mit seinem ersten Bundesligator in Führung gebracht, Ivan Perisic (64.) glich aus. Piszczek wurde mit seinem ersten Treffer für Dortmund zum Matchwinner.

BVB-Jungstar Mario Götze durfte nach seiner abgesessenen Rot-Sperre aus dem Leverkusen-Spiel wieder ran und belebte mit seinen Dribblings das Dortmunder Flügelspiel. FSV-Coach Thomas Tuchel begegnete der Offensivkraft des deutschen Meisters mit drei defensiven Mittelfeldspielern, die den Dortmunder Angreifern das Leben schwer machten.

Dennoch dominierten die spielerisch reiferen Gäste von Beginn an die Partie, sündigten aber wie so oft bei der Chancenverwertung. Allein in der ersten Halbzeit ließ der Meister vier, fünf Hochkaräter liegen. FSV-Keeper Heinz Müller entschärfte einen Kopfball von Robert Lewandowski (10.) und einen 20-Meter-Schuss von Shinji Kagawa (22.). Dann strich ein Flachschuss von Ilkay Gündogan (38.) knapp am Pfosten vorbei, kurz vor der Pause scheiterte Lewandowski frei vor Müller.

Mainz verteidigte mit Mann und Maus, die wenigen Konter liefen aber zunächst ins Leere. Ein Distanzschuss von Marcel Risse (3.), den BVB-Torwart Roman Weidenfeller parierte, blieb in der ersten halben Stunde die einzige gefährliche Aktion. Die Führung durch Nicolai Müller, der Weidenfeller in Gerd-Müller-Manier - halb sitzend, halb liegend - mit einem Direktschuss düpierte, fiel daher überraschend.

Unverdient war sie jedoch nicht, denn die Mainzer gingen viel engagierter zu Werke als vor Wochenfrist beim 1:3 in Kaiserslautern. Kampf, Einsatz und Wille stimmten von der ersten Sekunde an. Zudem machten sich die drei personellen Änderungen positiv bemerkbar. Neben Nicolai Müller ließ Tuchel auch Julian Baumgartlinger und Malik Fathi in die Startelf rotieren.

Auch nach dem Wechsel blieb Dortmund in einer temporeichen Partie am Drücker. Kagawa (55.) scheiterte aus 20 Metern erneut am überragenden Heinz Müller, der gegen den platzierten Flachschuss von Perisic nach gut einer Stunde machtlos war.