Mainz (dpa) - Ein Last-Minute-Treffer von Lukas Piszczek hat Borussia Dortmund vor dem Absturz ins Bundesliga-Mittelmaß bewahrt und das Selbstvertrauen für das schwere Auswärtsspiel in der Champions League bei Olympique Marseille gestärkt.

Mit dem 2:1 (0:1) beim FSV Mainz 05 feierte der deutsche Meister den ersten Sieg seit fünf Wochen und beendete seine kleine Krise. «Das war ein Big Point. Wir wussten gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, gleich drei Punkte auf einmal zu bekommen», sagte Meistertrainer Jürgen Klopp.

Vor 34 000 Fans in der ausverkauften Coface Arena hatte Nicolai Müller die Hausherren in der 33. Minute mit seinem ersten Bundesligator in Führung gebracht, Ivan Perisic (64.) glich aus. Piszczek wurde mit seinem ersten Treffer für Dortmund in der 90. Minute zum Matchwinner. «Ich bin überglücklich, dass mir mein erstes Bundesligator gelungen ist und wir gewonnen haben», sagte der Pole.

Die spielerisch reiferen Gäste, bei denen Jungstar Mario Götze nach seiner Rot-Sperre aus dem Leverkusen-Spiel wieder auf dem Flügel wirbelte, dominierten die Partie von Beginn an. Doch wie so oft sündigte die Borussia bei der Chancenverwertung. Allein in der ersten Halbzeit ließ der BVB vier, fünf Hochkaräter liegen. FSV-Keeper Heinz Müller entschärfte einen Kopfball von Robert Lewandowski (10.) und einen 20-Meter-Schuss von Shinji Kagawa (22.). Dann strich ein Flachschuss von Ilkay Gündogan (38.) knapp am Pfosten vorbei, kurz vor der Pause scheiterte Lewandowski frei vor Müller.

Mainz verteidigte mit Mann und Maus; die wenigen Konter liefen zunächst ins Leere. Ein Distanzschuss von Marcel Risse (3.), den BVB-Torwart Roman Weidenfeller parierte, blieb in der ersten halben Stunde die einzige gefährliche Aktion. Die Führung durch Nicolai Müller, der Weidenfeller nach einem Fehler von Piszczek in Gerd-Müller-Manier - halb sitzend, halb liegend - mit einem Direktschuss düpierte, fiel daher überraschend.

Unverdient war sie jedoch nicht, denn die Mainzer gingen viel engagierter zu Werke als vor Wochenfrist beim 1:3 in Kaiserslautern. Kampf, Einsatz und Wille stimmten von der ersten Sekunde an. «Die Mannschaft hat ein völlig anderes Gesicht gezeigt. Wir haben dagegen gehalten. Nur mit dem Ergebnis muss man unzufrieden sein», sagte FSV-Präsident Harald Strutz.

Auch nach dem Wechsel blieb Dortmund in einer temporeichen Partie am Drücker. Kagawa (55.) scheiterte aus 20 Metern erneut am überragenden Heinz Müller, der gegen den platzierten Flachschuss von Perisic nach gut einer Stunde dann aber machtlos war. «Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben. Alles läuft gegen uns», klagte der Keeper nach dem Abpfiff.