Mönchengladbach (dpa) - Borussia Mönchengladbach übt sich in Fußball-Minimalismus. Mit dem 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg setzte der frühere deutsche Meister nicht nur den überraschenden Höhenflug in der Fußball-Bundesliga fort.

Es war zugleich der vierte Erfolg mit nur einem Treffer in dieser Saison. «Es war ein verdienter Sieg, aber auch ein sehr harter», sagte Borussia-Trainer Lucien Favre. Torschütze des Tages war Filip Daems, der vor 51 117 Zuschauern in der 76. Minute einen Foulelfmeter verwandelte.

«Ich habe nicht getroffen, aber das ist egal, wir haben gewonnen», meinte Marco Reus, der mit seinem Vorstoß in den gegnerischen Strafraum den Elfmeter herausholte. Nürnbergs Coach Dieter Hecking fand die Strafstoß-Entscheidung von Knut Kircher nicht richtig. «Ich sage lieber nichts mehr, sonst sage ich noch etwas Verkehrtes», knurrte er. Allerdings erkannte er an, dass «Gladbach verdient gewonnen und in allen Belangen besser» gewesen sei. Der letzte Nürnberger Erfolg am Niederrhein bleibt daher auf den 3. Dezember 2005 datiert.

«Wir hätten mindestens 2:0 oder 3:0 gewinnen müssen», kritisierte Elfmeterschütze Daems nach dem Abpfiff. So viele Chancen wie in diesen 90 Minuten hatte der Beinahe-Absteiger der vergangenen Saison in dieser Spielzeit noch nie. Allein Reus hatte fast ein halbes Dutzend Möglichkeiten, die er entweder versemmelte oder bei denen «Club»-Torwart Alexander Stephan seine Finger im Spiel hatte. «Er war hervorragend», lobte Hecking zumindest seinen Schlussmann.

«Ich träume nicht», meinte der neue Erfolgscoach Favre nach dem fünften Sieg im siebten Liga-Spiel und nun 16 Punkten auf der Habenseite und verwies einmal mehr auf den Fast-Abstieg im Mai. «Da hatten wir schon ein Wunder.»

Die Nürnberger, sie holten zuvor zehn Punkte aus sechs Partien und waren zuletzt in drei Begegnungen unbezwungen, hatten nicht viel an Gegenwehr zu bieten. «Wir sind in der ersten Halbzeit nicht ins Spiel gekommen und haben zu viele Fehler gemacht», sagte Timothy Chandler selbstkritisch. Fast eine Stunde dauerte es, bis Alexander Esswein die erste Chance für die Nürnberger hatte und mit einem Fernschuss Borussia-Schlussmann Marc-André Ter Stegen prüfte. Der nach einer Gelb-Rot-Sperre in die Startelf zurückgekehrte «Club»-Torjäger Tomas Pekhart konnte dagegen kaum Akzente in der Offensive setzen.

Pech hatte Javier Pinola in seinem 200. Spiel für die Nürnberger, denn er verursachte durch seine Attacke gegen Reus den entscheidenden Elfmeter. «Ich habe ihn nicht berührt», meinte er.