Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 hat trotz der Aufregung um Ralf Rangnick zurück in die Erfolgsspur gefunden. Nur zwei Tage nach dem völlig überraschenden Rückzug des an einem Burnout-Syndrom erkrankten Trainers zeigten die Profis eine Trotzreaktion und schlugen den SC Freiburg mit 4:2 (1:1).

Anders als bei den Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg und Bayern München hielt sich das von Interimscoach Seppo Eichkorn betreute Team trotz eines holprigen Starts schadlos. Jefferson Farfan (33.), Klaas-Jan Huntelaar (62.) Lewis Holtby (67.) und Raúl (75.) sorgten vor 60 545 Zuschauern für den am Ende verdienten Sieg. Die Treffer der Freiburger erzielten Papiss Cissé (2.) und Erik Jendrisek (83.).

Nach nur wenigen Tagen im Amt des Cheftrainers verzichtete Rangnick-Ersatz Eichkorn auf Experimente. Ungeachtet der schwachen Vorstellung beim 0:2 gegen den FC Bayern noch unter der Regie seines Vorgängers setzte er auf die selbe Startformation. Zur Sicherheit trug das jedoch zunächst nicht bei: Bereits nach zwei Minuten lag der FC Schalke hinten. Einen kapitalen Fehler von Torhüter Ralf Fährmann beim Abspiel aus dem Strafraum nutzte Cissé. Aus kurzer Distanz erzielte der Freiburger Torgarant bereits seinen sechsten Saisontreffer.

Der frühe Rückstand sorgte für zusätzliche Verunsicherung. Ein ums andere Mal geriet die Schalker Abwehr gegen die frechen und laufstarken Gäste gehörig ins Wanken und war anfällig für Konter. Yacine Abdessadki (10.) und Cissé (16.) boten sich schon früh die Chancen zum 0:2.

Dagegen fand der Pokalsieger nur schwer ins Spiel. Doch nach lethargischem Start erhöhte er den Druck und kam durch Lewis Holtby (19.) und Kyriakos Papadopoulos (28.) zu Möglichkeiten. Eine sehenswerte Vorarbeit von Raúl leitete den Ausgleich ein. Den Heber des Spaniers über Gäste-Schlussmann Oliver Baumann hinweg verlängerte Farfan aus zwei Metern per Kopf ins Tor. Der erste Saisontreffer des Flügelstürmers ersparte dem Revierclub einen Rückstand zur Pause.

Auch nach Wiederanpfiff gelang es den Schalkern zunächst nicht, das Spiel zu kontrollieren. Die bessere Spielanlage zeigten die Gäste, die binnen weniger Minute das mögliche 2:1 gleich zweimal leichtfertig vergaben. Zunächst schoss Anton Putsila (56.) nach schönen Solo aus 14 Metern aus bester Position knapp am Tor vorbei, dann scheiterte Cissé (58.) aus kurzer Distanz an Fährmann.

Doch nach der glücklichen Führung durch Huntelaar, der nach Flanke von Atsuto Uchida per Kopf traf, spielten die Schalker wie befreit auf. Die weiteren Treffer von Holtby und Raúl nach Zauberzuspiel seines Landsmannes Jurado zwangen die Freiburger endgültig in die Knie. Daran konnte auch der Anschlusstreffer des eingewechselten Jendrisek nichts ändern.