Wolfsburg (dpa) - Trotz Unterzahl und deutlicher Schwächen im Offensivspiel hat der VfL Wolfsburg den Absturz in das untere Drittel der Fußball-Bundesliga verhindert. Felix Magath war nach dem 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern mit seiner Mannschaft beim dritten Saisonsieg zufrieden.

«Wir haben uns gut verkauft und geschlossen verteidigt. Das war ein Schritt vorwärts», bewertete der VfL-Coach den Wolfsburger Arbeitssieg, der angesichts der besonderen Umstände eine Signalwirkung haben könnte.

Nach dem Platzverweis gegen Innenverteidiger Sotirios Kyrgiakos (45.) wegen einer Notbremse mussten die Wolfsburger die komplette zweite Halbzeit mit zehn Mann spielen. Dennoch gelang Ashkan Dejagah vor 26 779 Zuschauern in der 63. Minute das Siegtor. «Nach einer Traumflanke von Marcel Schäfer hat Dejagah mit letztem Einsatz den Ball über die Linie gedrückt. Mit jedem Tor steigert er intern seine Position», lobte Magath den einzigen Torschützen in einer über weite Stecken ereignisarmen Partie.

Zuvor waren die Emotionen nur bei der Roten Karte hoch gegangen. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) hatte die Aktion des Griechen Kyrgiakos, der den israelischen Stürmer Itay Shechter am Trikot festhielt, als Notbremse bewertet. «Nach meiner Ansicht habe ich neben Kyrgiakos gestanden. Das war keine Notbremse», meinte der zweite Wolfsburger Innenverteidiger Alexander Madlung. Die numerische Unterlegenheit erwies sich letztlich als Vorteil für den VfL, der gegen die harmlos angreifenden Lauterer auf Konter setzen konnte.

«Wir sind sehr enttäuscht, in der zweiten Halbzeit hatten wir nicht die Abschlussqualität», sagte Gäste-Trainer Marco Kurz. Er sprach von einer letztlich verdienten Niederlage. «Wir haben Lehrgeld gezahlt. Diesen Schuh müssen wir uns anziehen», fügte der Coach hinzu. «Diese Niederlage müssen wir uns selbst ankreiden. Wir hätten entschlossener und mehr nach vorne spielen müssen», stimmte ihm Verteidiger Martin Amedick zu. Mit ihren Schüssen stellten die Pfälzer den zurückgekehrten VfL-Keeper Diego Benaglio vor keine großen Probleme.

Die Wolfsburger fanden zwar nur schwer in die Begegnung. Zu häufig schlichen sich Fehler in das Aufbauspiel, auch Kapitän Christian Träsch war bei allem Einsatz kein guter Passgeber. Stürmer Srdjan Lakic konnte sich gegen seinen Ex-Club kaum in Szene setzen und wartet weiterhin auf das erste Saisontor. Dennoch zog der starke Marcel Schäfer ein positives Fazit: «Die Abwehrarbeit war besser als zuletzt. Wir haben mit zehn gegen elf wenig zugelassen und in der Halbzeit fest an unsere Chance geglaubt.»