Freiburg (dpa) - Zehntausende auf den Straßen, eine Andacht im Münster und weiße Tauben, die für den Papst in den wolkenlosen Himmel fliegen. Am dritten Tag seiner Deutschlandreise ist Benedikt XVI. in Freiburg herzlich angenommen worden.

Es war ein begeisterter Empfang, aber so mancher Zuschauerplatz bei den ersten öffentlichen Auftritten des Papstes blieb auch leer. Knapp 24 000 Menschen säumten nach Polizeiangaben den Weg des Papstes durch die Freiburger Innenstadt zum Münsterplatz - das waren deutlich weniger als erwartet. Benedikt XVI. nahm sich Zeit für die rund 200 Meter lange Strecke im Papamobil, winkte und segnete die Menschen. Mit ihm Auto saß der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. Er strahlte und genoss sichtlich die Stimmung. Die Menschen schwenkten Fahnen, hielten Transparente hoch und applaudierten.

Der Papst wirkte in seiner kurzen Ansprache vor dem Münster deutlich entspannter als bei seien bisherigen Auftritten. «Ich bin glücklich, dass ich nach den schönen Begegnungen in Berlin und in Erfut hier in Freiburg sein darf - von der Sonne beleuchtet und erwärmt.» Zollitsch, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, habe immer wieder Druck gemacht. «Er hat mich so bedrängt, dass ich am Schluss sagen musste: Nach Freiburg muss ich wirklich kommen.»

Nach dem politischen Auftritt in Berlin sowie dem Ökumene-Gespräch und dem Treffen mit Missbrauchsopfern in Erfurt soll Freiburg für den Papst vor allem zu einem großen katholischen Glaubensfest werden. Freiburg ist jedenfalls vorbereitet: Die Menschen hatten teilweise stundenlang an den Absperrgittern in der engen Freiburger Innenstadt ausgeharrt, die der Papst im Papamobil zurücklegte. Einige sangen Kirchenlieder, andere genossen während des Wartens einfach den Sonnenschein.

Es sei ihm ein Anliegen, gemeinsam mit den Menschen zu beten, Gottes Wort zu verkünden und die Eucharistie zu feiern, sagte Benedikt XVI. Am Samstagabend wurden zu einem Gebet rund 30 000 Jugendliche erwartet, zur Heiligen Messe am Sonntagmorgen haben sich 90 000 Gläubige angemeldet. Die Besucherzahlen fallen damit niedriger aus als anfangs von der Kirche erhofft.