Kabul (dpa) - Bei einem Überfall in der westafghanischen Provinz Ghor sind nach Angaben der Polizei ein deutscher Tourist und sein afghanischer Begleiter getötet worden.

Der Reisepass des Deutschen sei gefunden worden, sagte der stellvertretende Polizeichef Ghors, Abdul Raschid Baschir, der Nachrichtenagentur dpa. «Ein deutscher Staatsbürger, der sich bei Einheimischen als Tourist vorstellte, ist von zwei unbekannten Bewaffneten erschossen worden. Ein weiterer Afghane wurde bei dem Angriff getötet. Die Bewaffneten eröffneten das Feuer auf das Geländefahrzeug, in dem sie reisten.»

Baschir sagte, der Deutsche sei auf dem Weg nach Bamian gewesen, wo die Taliban 2001 zwei gigantische Buddha-Statuen in die Luft gesprengt hatten. Die östlich von Ghor gelegene Provinz Bamian ist eine der wenigen Touristenattraktionen in Afghanistan. Allerdings besuchen Bamian vor allem Ausländer, die in dem Land arbeiten. Dass der Deutsche über Ghor dorthin reisen wollte, deutet darauf, hin, dass er als Tourist vom Iran aus nach Afghanistan kam und seine Reise nach Osten in Richtung Kabul unternahm.

Baschir sagte, zwei afghanische Dorfbewohner seien bei dem Angriff verletzt worden. Niemand sei bislang festgenommen worden. Die Leiche des Deutschen sei im Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Chaghcharan und werde noch am Abend ins litauische Wiederaufbauteam gebracht.