Garching (dpa) - Es ist die bislang größte bekanntgewordene Anzahl neuer Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Mit Hilfe des Harps-Instruments der Europäischen Südsternwarte (European Southern Observatory; ESO) haben Astronomen 50 neue Exoplaneten entdeckt.

Darunter seien 16 sogenannte Supererden, also Planeten, die maximal das Zehnfache des Gewichts der Erde besitzen, teilte die ESO am Montag in Garching mit. Unter ihnen sei auch ein Planet, dessen Umlaufbahn am Rand der bewohnbaren - also nicht zu heißen und nicht zu kalten - Zone seines Muttersterns liege.

Für die Forscher ist besonders interessant, wenn eine solche Supererde wie die Erde aus Gestein besteht und Wasser besitzt: dann könnte es darauf ebenfalls Leben geben. Die nun neu entdeckte Supererde soll rund 3,6 Mal so viel Masse besitzen wie die Erde.

«Diese reiche Ernte an Harps-Entdeckungen hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Sie schließt eine außergewöhnlich große Zahl an Supererden und Neptun-ähnlichen Planeten ein, die um Sterne kreisen, die unserer Sonne sehr ähnlich sind», sagte der Leiter des Harps-Teams, Michael Mayor von der Universität Genf, bei der Präsentation der Ergebnisse auf einer Konferenz im US-Bundesstaat Wyoming. Er hofft darauf, dass sich mit der Weiterentwicklung des Harps-Instruments das Tempo der Entdeckungen weiter beschleunigt.

Der Harps-Spektrograf am 3,60-Meter-Teleskop eines Observatoriums der ESO in Chile misst hochpräzise die Wellenlängen, wenn sich ein Stern, der von einem Planeten umkreist wird, dabei auf die Erde zu- und wieder wegbewegt. Durch diese Veränderungen lasse sich indirekt die Anwesenheit eines Planeten nachweisen.

Einer Analyse aller Daten des «erfolgreichsten Planetenjägers der Welt» zufolge besitzen rund 40 Prozent aller sonnenähnlichen Sterne mindestens einen Planeten, der weniger Masse besitzt als der Saturn. Dafür haben sie Beobachtungen aus den vergangenen acht Jahren mit dem an der Uni Genf entwickelten Harps-Instrument ausgewertet.