Frankfurt/Main (dpa) - Wie schon in früheren Jahren drohen Finanz- und Wirtschaftskrisen die IAA zu überschatten. Doch die deutschen Autobauer geben sich vor der Messe selbstbewusst und setzen auf neue Modelle und Antriebe.

Man sei «außerordentlich robust aufgestellt und weltweiter Innovationsführer», sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Montag in Frankfurt. «Die Sorgen kommen nur von außen.» Wenn die Turbulenzen an den Finanzmärkten beherrscht werden könnten, gebe es keine Zweifel an der Stabilität des Automarktes. Zum Krach kam es zwischen VW und Suzuki: Der japanische Autobauer will die Partnerschaft mit Europas größtem Autobauer beenden.

Am Donnerstag eröffnet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA/15.-25. September). Der VDA erwartet mehr als 800 000 Besucher und damit mehr als im Krisenjahr 2009.

Nur bei unkontrollierten Vorgängen im internationalen Finanzsystem könne die Realwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden, warnte Wissmann. Er appellierte an die Politik, alles zur Stabilisierung des Währungssystems zu tun. «Die Finanzwirtschaft muss wieder zum Diener der Realwirtschaft werden.»

Für das kommende Jahr erwartet der VDA eine Normalisierung des zuletzt rasant gewachsenen Auto-Weltmarktes. 2011 werden weltweit rund 65 Millionen Fahrzeuge abgesetzt - nach 55 Millionen Stück vor zwei Jahren, wie Wissmann sagte. Die deutschen Hersteller hätten ihre Anteile an allen wichtigen Märkten gesteigert. «Wir sind aus der Krise hervorragend herausgefahren.»

Auf der Leitmesse der Autoindustrie präsentieren 1012 Aussteller aus 32 Ländern ihre Produkte, darunter 89 Auto-Weltpremieren und 94 Premieren der Zulieferer. Zentrale Themen sind alternative Antriebe inklusive der Elektromobilität, der eine eigene Halle vorbehalten ist.

Den Elektroautos wird einer Studie zufolge ein schneller Durchbruch in Deutschland allerdings nicht gelingen. Die hohen Kosten führten dazu, dass Elektromobilität in den kommenden Jahren ein Nischenmarkt bleiben werde, heißt es in einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Deutschen Bank (DB).