Toronto (dpa) - Mit einer Überraschung ist das 36. Toronto International Film Festival (TIFF) am Sonntag zu Ende gegangen. Die libanesisch-französische Koproduktion «Where Do We Go Now?» («Wohin gehen wir jetzt?») wurde vom Publikum als bester von 336 Beiträgen aus 65 Ländern ausgezeichnet.

Der Film von Nadine Labaki erzählt die Geschichte einer Gruppe libanesischer Frauen, die ihr von Landminen umgebenes Dorf vor der aufkeimenden Spannung zwischen Christen und Muslimen schützen wollen.

Labakis Werk setzte sich gegen Favoriten wie «The Descendants» mit George Clooney, «Moneyball» mit Brad Pitt und «Drive» mit Ryan Gosling durch. Deutschland, das mit knapp 30 Beiträgen beim Toronto Film Festival dabei war, ging leer aus.

Die Ehrungen des kanadischen Festivals gelten als Oscar-Vorboten für die Verleihungen im nächsten Frühjahr. Viele Oscar-Gewinner der vergangenen Jahre hatten zuvor in Toronto für Aufsehen gesorgt. 2010 hatte der Streifen «The King's Speech» von Tom Hooper am TIFF den Zuschauerpreis gewonnen und wurde später auch mit dem Oscar als bester Film gekrönt.

Anders als seine europäischen Vorreiter wie Cannes oder Venedig hat das TIFF keine Jury, auch werden keine Preise für beste Darsteller oder Nebenrollen vergeben. Alle Gewinner werden von den Festivalbesuchern gewählt.