Danzig (dpa) - Bei ihren Zurufen im Spiel werden sich Miroslav Klose und Lukas Podolski ausnahmsweise umstellen müssen. «Wir reden ja nicht nur auf dem Platz Polnisch, sondern auch außerhalb. Jetzt werden wir vielleicht auf Englisch umswitchen», scherzte Klose.

111 Einsätze für Deutschland hat Klose in den Knochen, Poldi hat schon 91 Mal in der deutschen Fußball-Nationalelf gespielt - aber auf dieses Länderspiel haben sie viele Jahre warten müssen. Umso größer ist die Vorfreude, auch wenn am Dienstag in Danzig noch nicht EM ist, sondern lediglich ein Testspiel ansteht.

«Das ist etwas ganz Besonderes. Man ist dort geboren, man beherrscht die Sprache. Poldi und ich freuen uns, da zu spielen. Es ist das erste Mal für uns», klärte der am 9. Juni 1978 im schlesischen Oppeln geborene Klose auf. Als Neunjähriger war er mit seinen Eltern in die Pfalz nach Kusel gezogen.

Podolski kam am 4. Juni 1985 in Gleiwitz in Oberschlesien zur Welt. Er war zwei, als er mit seinen Eltern in Bergheim bei Köln eine neue Heimat fand. Auch der heute 26-Jährige ist aufgeregt. «Wenn man in dem Land geboren ist, zu Hause immer polnisch spricht, eine Großfamilie da noch lebt, ist das ein besonderes Spiel, keine Frage.»

Klose ist sogar extra zu Joachim Löw gegangen, damit dieser ihn in Danzig ja nicht schont. «Ich habe nach dem Spiel gegen Österreich kurz mit dem Bundestrainer gesprochen. Ich gehe davon aus, dass ich eine Halbzeit spiele», berichtete er. Auch Podolski will unbedingt ran. «Und dann schauen wir mal, ob wir gewinnen können», meinte Klose. Beim letzten Duell erzielte ausgerechnet Podolski bei der EM 2008 in Klagenfurt beide Treffer beim 2:0-Vorrundensieg der deutschen Mannschaft - und jubelte «aus Respekt» sehr verhalten.

«Ich bin gerne in Polen», erzählt Podolski. Durch Familie und Urlaube habe er nach wie vor «einen guten Bezug» zum Land. Klose dagegen kehrte am Montag erstmals seit fast fünf Jahren zurück. Das sei zwar «traurig», aber «das bringt der Fußball mit sich». Seine Tante und sein Onkel werden wohl nicht ins Stadion kommen. «Unser Spiel ist so weit oben im Land, und sie wohnen so weit unten.»

Im reifen Fußballeralter von 33 Jahren ist Klose der Senior im DFB-Team - eine Konstante in der sich ständig verjüngenden Auswahl. «Ich bin noch da - und ich werde auch noch eine Zeit lang bleiben», kündigte er schmunzelnd an. Sein Nahziel sei die EM in Polen und der Ukraine, «da will ich unbedingt dabei sein». Was danach kommt, lässt der vom FC Bayern zu Lazio Rom gewechselte Torjäger offen: «Ich fühle mich topfit und kann noch viele Spiele machen.»