London (dpa) - Für Michael Ballack ist es eine emotionale Reise in die Vergangenheit, für den deutschen Meister die Rückkehr in das Fußball-Paradies. Nach langjähriger Abstinenz feiern Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund ein Comeback in der Champions League.

Beide Teams bekommen es am Dienstag zum Start der Gruppenphase mit starker Konkurrenz aus der englischen Premier League zu tun. Ballack tritt mit der Werkself bei seinem ehemaligen Club FC Chelsea an, die Borussia duelliert sich mit dem FC Arsenal. Hüben wir drüben ist die Vorfreude groß. «Das ist ein Highlight, das man auch genießen muss», sagte Bayer-Stürmer Stefan Kießling.

Genau das will auch Ballack. «Ich habe hier vier Jahre gespielt und kehre nun gleich wieder nach Chelsea zurück. Besser hätte es nicht kommen können», sagte der 34 Jahre alte Mittelfeldstar in London. Von 2006 bis 2010 feierte er dort Erfolge, erlebte aber auch den folgenschwersten Schlag seiner Karriere: Im Mai 2010 wurde er im FA-Cup-Finale durch ein rüdes Foul von Kevin-Prince Boateng schwer verletzt, was ihn die WM-Teilnahme in Südafrika und den Platz im deutschen Nationalteam kostete.

Das durch seine Rückkehr an die Stamford-Bridge verursachte Interesse in den englischen Medien verleitete den zuletzt in Deutschland mit Äußerungen zurückhaltenden Ballack zu einem Statement über seine Ausbootung als Kapitän der DFB-Elf. «Nach meiner Verletzung sind Dinge passiert, die ich nicht erwartet habe», sagte er der Zeitung «Times». Es ist jedoch ungewiss, ob er in der Startelf stehen und seine 96. Europapokalpartie bestreiten darf. «Ich weiß, ob er spielt. Und er weiß, ob er spielt oder nicht», erklärte Bayer-Trainer Robin Dutt.

Mit oder ohne Ballack - für die Werkself wird das Comeback in der «Königsklasse» nach sechs Jahren harte Arbeit. «Mit Chelsea haben wir natürlich gleich den schwersten Brocken. Nichtsdestotrotz wollen wir da etwas erreichen und mitnehmen», sagte Dutt. Auch die Bayer-Profis sind zuversichtlich. «Das ist kein sanfter Start. Ich bin aber fest überzeugt, dass wir in der Champions League überwintern werden», meinte Kapitän Simon Rolfes.

Anders als die Leverkusener, die beim 4:1 in Augsburg eine gelungene Generalprobe feierten, startet der BVB ohne Rückenwind in den Wettbewerb. Doch selbst das 1:2 gegen Hertha BSC konnte die Vorfreude des wankenden Meisters auf die Partie gegen Arsenal nur bedingt trüben. «Wir wollen es genießen und uns nicht mit Lasten aus der Bundesliga abschleppen», sagte Trainer Jürgen Klopp.

Die Aussicht auf das erste Fußballfest im Kreis der Großen seit 2003 sorgt bei Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz für Hochgefühle: «Für mich geht nach der Meisterschaft der nächste Lebenstraum in Erfüllung. Das wird so geil», sagte er der «Bild am Sonntag».