Siegen (dpa) - Der Tod dreier frühgeborener Säuglinge in einer Kinderklinik in Siegen gibt weiter Rätsel auf.

Die Obduktion von zwei der Babyleichen am Sonntag in Dortmund habe «keine eindeutige Ursache im Hinblick auf die Todesumstände der beiden Säuglinge ergeben», sagte ein Sprecher der Kreispolizei Siegen-Wittgenstein am Montag. Es seien weitere Untersuchungen nötig.

Das Klinikum hatte von einer «auffälligen Häufung von Todesfällen» gesprochen, nachdem die Frühchen innerhalb von zwei Tagen gestorben waren. Ein Baby wurde bereits beerdigt, die beiden anderen kleinen Leichen hatten die Ermittler am Wochenende beschlagnahmt. Die Kinder waren zwischen einer Woche und sechs Monaten alt, als sie starben. Die Kinderklinik wird vom Deutschen Roten Kreuz betrieben.

Nach Angaben der Klinik hatten die Säuglinge unterschiedliche Grunderkrankungen, starben aber «unter einem ähnlich fulminant verlaufenden Krankheitsbild». Man habe kaum noch eingreifen können. Die Klinik hatte von sich aus die Staatsanwaltschaft und das Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein eingeschaltet.

Das Geschehen weckt Erinnerungen an einen Vorfall vor einem Jahr in Mainz. Dort hatten Babys eine verseuchte Infusionslösung bekommen. Die Quelle der bakteriellen Verunreinigung blieb unklar, das Verfahren wurde eingestellt.

Kinderklinik Siegen