Kabul (dpa) - Die beiden seit mehr als zwei Wochen in Afghanistan vermissten Deutschen sind nach Angaben der örtlichen Behörden tot.

«Soweit wir wissen, wurden sie von örtlichen Nomaden in der Gegend getötet», sagte die Sprecherin der Regierung der Provinz Parwan, Roshana Chalid, der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Man gehe von einem Raubmord aus. Bislang habe sich niemand zu einem Mord oder zu einer Entführung bekannt.

Beim Auswärtigen Amt in Berlin gab es für den Tod der deutschen Entwicklungshelfer zunächst keine Bestätigung. Ministeriumssprecher Andreas Peschke sagte: «Wir können diese Meldungen zum derzeitigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Wir gehen aber allen Hinweisen nach, um den Sachverhalt so schnell wie möglich aufzuklären.»

Nach dpa-Informationen war einer der Männer - ein 59-Jähriger aus Baden-Württemberg - für die staatliche deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kabul tätig. Der zweite Mann, ein 69-Jähriger aus Sachsen, gehörte demnach einem christlichen Hilfswerk an, das in der afghanischen Hauptstadt arbeitet.

Das Team, das die Leichen der beiden seit mehr als zwei Wochen verschollenen Entwicklungshelfer zurückbringen sollte, war nach Chalids Angaben am Montagnachmittag auf dem Weg in die Gegend. Die Sprecherin sagte, Dorfbewohner hätten die Toten im Gebirge gefunden.

Wenige Tage nach dem Verschwinden der beiden Deutschen hatten Sicherheitskräfte nach Angaben der Behörden fünf Angehörige vom Nomaden-Stamm der Kuchis festgenommen. Sprecherin Chalid hatte damals gesagt, die Verdächtigen könnten Verbindungen zu Aufständischen haben. Das Innenministerium in Kabul habe die Ermittlungen übernommen. Noch am vergangenen Freitag - genau zwei Wochen nach dem Verschwinden der Bundesbürger - hatte Chalid gesagt, die Verdächtigen würden weiterhin vom afghanischen Geheimdienst NDS befragt.

Die afghanische Polizei hatte über eine Entführung der Deutschen spekuliert, die auch das Auswärtige Amt nicht ausgeschlossen hatte. Deutsche Sicherheitskreise hatten allerdings nach dpa-Informationen bis zuletzt keine Erkenntnisse darüber, dass die Bundesbürger verschleppt wurden. Weder die Taliban noch kriminelle Gruppen bekannten sich zu einer Entführung. Die beiden Deutschen waren zum Wandern im Hindukusch-Gebirge in Parwan gewesen und danach nicht mehr wieder aufgetaucht.