Kabul (dpa) - Die beiden in Afghanistan vermissten Deutschen sind nach ersten Erkenntnissen der lokalen Behörden getötet worden.

«Soweit wir wissen, wurden sie von örtlichen Nomaden in der Gegend getötet», sagte die Sprecherin der Regierung der Provinz Parwan, Roshana Chalid, der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Das Team, das die Leichen zurückbringen solle, sei auf dem Weg in die Gegend. Die Provinzregierung hatte zuvor mitgeteilt, die Leichen der beiden seit mehr als zwei Wochen verschollenen Entwicklungshelfer seien im Gebirge gefunden worden.

Wenige Tage nach dem Verschwinden der beiden Deutschen hatten Sicherheitskräfte nach Angaben der Behörden fünf Angehörige vom Nomaden-Stamm der Kuchis festgenommen. Sprecherin Chalid hatte damals gesagt, die Verdächtigen könnten Verbindungen zu Aufständischen haben. Das Innenministerium in Kabul habe die Ermittlungen übernommen. Noch am vergangenen Freitag - zwei Wochen nach dem Verschwinden der Bundesbürger - hatte Chalid gesagt, die Verdächtigen würden weiterhin vom afghanischen Geheimdienst NDS befragt.

Beim Auswärtige Amt in Berlin gab es für den Tod der beiden Männer zunächst keine Bestätigung. Ein Ministeriumssprecher sagte: «Wir gehen allen Hinweisen nach.» Die afghanische Polizei hatte über eine Entführung der Deutschen spekuliert, die auch das Auswärtige Amt nicht ausgeschlossen hatte.

Deutsche Sicherheitskreise hatten allerdings nach dpa-Informationen bis zuletzt keine Erkenntnisse darüber, dass die beiden Bundesbürger verschleppt wurden. Weder die Taliban noch kriminelle Gruppen bekannten sich zu einer Entführung. Die beiden Deutschen waren zum Wandern im Hindukusch-Gebirge in Parwan gewesen und danach nicht mehr aufgetaucht.