Tripolis/Berlin (dpa) - In Libyen hat der Übergangsrat noch keine Entscheidung getroffen, ob die Stadt Bani Walid nach den abgebrochenen Verhandlungen mit Gaddafi-Getreuen gestürmt werden soll.

Wie der arabische Fernsehsender Al-Dschasira am Montag weiter berichtete, wollen die Aufständischen einen Bruderkrieg mit den letzten Getreuen des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi vermeiden. Kämpfer beider Seiten gehörten zum größten Stamm in Libyen, den Warfalla.

Die Rebellen schließen nicht aus, dass sowohl der 69 Jahre alte Gaddafi als auch dessen Söhne unter dem Schutz der Stammesältesten in Bani Walid Zuflucht gefunden haben.

Die rund 50 000 Einwohner zählende Wüstenstadt liegt rund 150 Kilometer südlich von Tripolis. Sie gehört außer Sirte, der Geburtsstadt Gaddafis, und der Garnisonsstadt Sebha zu den letzten Hochburgen des langjährigen Diktators.

Zuvor waren am Sonntag Verhandlungen über eine friedliche Übergabe von Bani Walid abgebrochen worden. Die Aufständischen hatten daraufhin erklärt, dass sie innerhalb von 24 Stunden einrücken könnten, aber auf die Befehle der Militärführung warteten.