Brüssel/Antwerpen (dpa) - Der traditionsreiche Antwerpener Diamantenhandel wird von einem Steuerskandal erschüttert. Das Geld soll vor allem von Diamantenhändlern der belgischen Hafenmetropole auf Schweizer Konten geschafft worden sein.

Die Branchenvertretung Antwerp World Diamond Center (AWDC) reagierte am Sonntag laut Nachrichtenagentur Belga auf Vorwürfe, wonach der belgische Fiskus auf der Suche nach etwa 700 Millionen Euro Schwarzgeld ist.

Das AWDC beklagte laut Belga, das Ermittlungsgeheimnis sei verletzt worden. Es gebe eine gestohlene Liste mit den Namen von Privatpersonen und Konten im Ausland. Die Diamantenhändler hätten seit Jahresbeginn keinen Zugang zu der Ermittlungsakte. Die Wirtschaftszeitung «De Tijd» hatte zuvor über die Nachforschungen der Steuerbehörden berichtet. Nach Informationen des Blattes stehen die Namen von rund 800 Belgiern auf der Liste.

Die Behörden äußerten sich zunächst nicht zu dem Fall. Antwerpen ist weltweit einer der führenden Umschlagplätze für Diamanten.

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