NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> hat seine jüngste Talfahrt auch am Montag fortgesetzt. Allerdings konnte sich die Gemeinschaftswährung im Tagesverlauf deutlich von ihrem früh erreichten tiefsten Stand seit Februar nahe der Marke von 1,35 Dollar erholen. Zuletzt wurden in New York 1,3595 US-Dollar für die europäische Gemeinschaftswährung gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3656 (Freitag: 1,3817) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7323 (0,7238) Euro.

Laut Händlern drückte vor allem die sich zuspitzende Schuldenkrise in Europa auf die Gemeinschaftswährung, nachdem sich die Sorgen vor einem Zahlungsausfall Griechenlands über das Wochenende nochmals verstärkt hatten. "Es mehren sich Gerüchte, dass die deutsche Bundesregierung ein Ende der Griechenland-Hilfe anstrebt", sagte der Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Als weiteren Belastungsfaktor für den Euro wurde am Markt die Spekulation genannt, dass es zur Stützung der wirtschaftlichen Entwicklung wohl doch noch eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank geben könnte.

Dass sich der Euro im Verlauf etwas von den Tiefstständen entfernte, wurde mit einem Artikel des "Wall Street Journal" (WSJ) begründet, wonach Griechenland die nächste Tranche aus dem Rettungspaket erhalten soll. Die Zeitung beruft sich dabei auf ihrer Internetseite auf zwei ranghohe Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds (IWF). Am Abend sorgte zudem eine Meldung der "Financial Times" für etwas Aufwind. Der Zeitung zufolge befindet sich Italien in Gesprächen mit einer chinesischen Investmentfirma über den Ankauf von italienischen Staatsanleihen. Am Montag konnte sich das hochverschuldete Land nur zu deutlich höheren Zinsen am Markt refinanzieren.