Athen/Luxemburg (dpa) - In der anhaltenden Schuldenkrise hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor einer europäischen Bankenkrise gewarnt.

Die große Sorge sei, dass die «beunruhigenden Entwicklungen an den Finanzmärkten in einer Bankenkrise eskalieren» würden, sagte Schäuble nach dem Treffen der Euro-Finanzminister am Dienstag in Luxemburg. Die Minister hätten daher intensiv über die Lage im Bankensektor diskutiert. Im hoch verschuldeten Griechenland haben Gewerkschaften aus Protest gegen geplante Massenentlassungen für Mittwoch zu massiven Streiks aufgerufen.

Schäuble sagte, es sei vereinbart worden, dass alle Finanzminister beim kommenden Treffen über die Verfassung ihrer Banken und ihre Schritte zur Abwendung einer Krise berichten sollen. Es gelte zu vermeiden, dass die Krise sich über den Bankensektor noch weiter ausweite.

Erst am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Regierungen in Brüssel und Paris die in Turbulenzen geratene französisch-belgische Bank Dexia notfalls mit einer Staatsgarantie absichern wollen - auch aus Angst vor einer europaweiten Bankenkrise. Die Märkte reagierten panisch, die Aktien des Finanzinstituts brachen zeitweise um knapp 40 Prozent ein. Dexia hatte schon im Zuge der letzten Finanzkrise 2008 staatliche Hilfe gebraucht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Mittwoch in Brüssel mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso über die Schuldenkrise sprechen.

Im von der Staatspleite bedrohten Griechenland soll am Mittwoch vor allem im Luftverkehr nichts mehr gehen. Die Fluglotsen streiken für 24 Stunden. Auch Züge und die Athener Vorstadtbahn sollen betroffen sein. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie Schulen sollen ebenfalls für 24 Stunden bestreikt werden.

Um die Mittagszeit sind in Athen und anderen Städten des Landes Demonstrationen geplant. Zu dem Streik haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände des staatlichen und des privaten Bereichs aufgerufen. Die Regierung plant rund 30 000 Staatsbedienstete zu entlassen. Zudem sollen die Griechen in den kommenden Monaten den Gürtel noch enger schnallen und weitere 6,5 Milliarden Euro sparen.