Augsburg (dpa) - Kurz nach der Eröffnung ist der Strafprozess um die unklaren Vermögensverhältnisse des früheren Verteidigungs-Staatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls vor dem Landgericht Augsburg für eine gute Stunde unterbrochen worden.

Grund war die Beschwerde der Verteidiger gegen die Besetzung des Gerichts.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 68 Jahre alten früheren CSU-Politiker vor, trotz hoher Schulden sein Vermögen verheimlicht zu haben. Neben Pfahls müssen sich noch weitere Angeklagte vor Gericht verantworten, darunter auch seine Ehefrau und der saarländische Geschäftsmann Dieter Holzer.

Laut Anklage schuldet Pfahls allein dem Fiskus rund 3,7 Millionen Euro. Außerdem soll er einen privaten Gläubiger so massiv bedroht haben, dass dieser seine Forderung von 5000 Euro fallen ließ. Pfahls steht wegen Bankrotts, falscher eidesstattlicher Versicherung und Betrugs vor Gericht. Den anderen Angeklagten wird unter anderem Beihilfe vorgeworfen. Pfahls, seine Frau und weitere Personen waren kurz vor Weihnachten 2010 verhaftet worden.

Der Jurist Pfahls war 1999 untergetaucht, nachdem der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dubiosen Rüstungsgeschäften des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber aufgekommen war. 2004 wurde er in Paris gefasst und 2005 in Augsburg wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung verurteilt. Wenig später kam er aber frei, weil ihm die Untersuchungshaft angerechnet wurde. Im Rahmen der Ermittlungen rund um Schreiber war auch die CDU-Spendenaffäre ans Licht gekommen.

Landgericht Augsburg