Camyuva (SID) - Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin Claudia Pechstein hat angekündigt, die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) noch in diesem Jahr auf Schadenersatz in "astronomischer Höhe" zu verklagen. Die Klageschrift wird nach Pechsteins Angaben 500 bis 600 Seiten dick sein und soll Ende Oktober im Detail vorgestellt. "Es ist brutal, was passiert ist, und das kann man auch nicht wieder gutmachen. Deswegen muss die Summe utopisch sein", sagte Pechstein beim Event "Champion des Jahres" in der Türkei.

Vorbild ist für sie die erfolgreiche Klage der früheren Sprint-Weltmeisterin Katrin Krabbe, die vom Landgericht München 2001 rund 1,2 Millionen Mark Schadenersatz bekommen hatte, weil sie vom Leichathletik-Weltverband IAAF ein Jahr zu lang gesperrt worden war. Sollte Pechsteins Klage Erfolg haben, will sie mit dem Urteil gegen den Eislauf-Weltverband ISU vorgehen.

Pechstein hatte zuletzt Selbstanzeige wegen eines möglichen Doping-Vergehens bei der Anti-Doping-Weltagentur WADA, deren deutschem Ableger NADA sowie beim Eislauf-Weltverband ISU und bei der DESG gestellt. Die ISU ließ Pechstein anscheinend eiskalt abblitzen. Pechstein zitierte aus einem Schreiben der ISU an die DESG, dass der Fall abgeschlossen sei und sie ein Leben lang mit den erhöhten Blutwerten starten dürfe.