Rom (SID) - Italiens Serie A laufen die Zuschauer weiter auf und davon. Im Schnitt sind die Stadien der 20 Fußball-Erstligisten nur zu 61 Prozent ausgelastet. Das berichtete die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport und stellte fest: In England sind es 92 Prozent und in Deutschland 88 Prozent. Zudem ist in den vergangenen vier Jahren die Zahl der Dauerkarten-Besitzer um 20,4 Prozent auf 282.233 zurückgegangen. Dafür hat sich die Zahl der Abonnenten bei den Pay-TV-Sendern um 69 Prozent erhöht.

Der italienische Fußballverband (FIGC) will die leeren Stadien wieder füllen und die Klubs dazu bewegen, die Tiofosi mit günstigeren Preisen zu locken. Die FIGC könne den Klubs natürlich keine Preispolitik aufzwingen, man müsse jedoch alles tun, um die Fans wieder zurückzugewinnen, sagte ein Verbandssprecher.

Auch die alten Stadien werden für den Zuschauerschwund verantwortlich gemacht. Die 16 ältesten Erstliga-Spielstätten sind durchschnittlich 67 Jahre alt. Seit der WM 1990 in Italien wurden mit Ausnahme des neuen Turiner Stadions Juventus Stadio keine neuen Arenen mehr gebaut. Pläne für den Bau neuer Stadien, die nach dem Vorbild anderer europäischer Topligen in Freizeitzentren umgewandelt werden sollen, gibt es nur in Rom.

Rekordmeister Juventus Turin hatte im September mit einer großen Feier sein neues Stadion eingeweiht. 105 Millionen Euro ließ sich der norditalienische Traditionsklub die neue Arena für 40.000 Zuschauer kosten. Das Stadion begeistert die Juve-Tifosi. Die Zahl der Dauerkartenbesitzer hat sich dort in der laufenden Saison um 125 Prozent auf 24.137 erhöht.