Baku (SID) - Nach der Pleite von Baku wollen die deutschen Amateurboxer mit Blick auf Olympia im kommenden Jahr noch kurzfristig Reformen einleiten. "Wir müssen im Training einiges verändern, um in Zukunft taktisch besser aufgestellt zu sein", sagte Präsident Jürgen Kyas vom Deutschen Boxsport-Verabnd (DBV).

Trainerwechsel soll es im deutschen Lager allerdings nicht geben, dennoch will man in der Vorbereitung auf London neue Schwerpunkte setzen. "Unsere Boxer müssen abgeklärter werden", forderte Kyas, auch Mitglied in wichtigsten Führungsgremium des Weltverabndes AIBA. Zu oft hätten die DBV-Athleten in Baku sichere Führungen noch aus der Hand gegeben.

Dank Bronze für Superschwergewichtler Eric Pfeifer (Lohne) und den zwei nachträglichen Olympia-Qualifikationen für Mittelgewichtler Stefan Härtel und Halbschwergewichtler Enrico Kölling (beide Berlin) konnte das Debakel noch abgewendet werden, dennoch fiel die Bilanz ernüchternd aus. "Ich habe mir das auch etwas anders vorgestellt", sagte Kyas.

Den DBV-Boxern bietet sich im April beim europäischen Qualifikationsturnier in Istanbul noch eine letzte Chance für ein Olympia-Ticket. "Da müssen wir aber anders auftreten", sagte Kyas, der in London die Olympia-Pleite von 2008 auf jeden Fall verhindern will. In Peking waren alle deutschen Teilnehmer in der ersten Runde gescheitert.

Beste Nation bei den Titelkämpfen in Aserbaidschan wurde die Ukraine. Das Heimatland der Profi-Weltmeister Witali und Wladimir Klitschko holte vier Titel und stellte damit auch die einstige Vorzeige-Nation Kuba mit zwei Titeln in den Schatten.