Rom (dpa) - In seinem ersten römischen Stadtduell ist Miroslav Klose Lazios größter Hoffnungsträger. Nach vier Derby-Niederlagen in Folge soll der deutsche Nationalstürmer seinen neuen Club gegen den Erzrivalen AS Rom am Sonntagabend endlich wieder zum Sieg schießen.

Seine Knieprobleme sind überwunden, Lazios erfolgreichster Torjäger dieser Saison meldet sich fit: «Ich werde sicher spielen», beruhigte der 33-Jährige seine Tifosi in der Ewigen Stadt.

Ende der Woche stieg der Ex-Bayer wieder voll ins Training ein, das linke Knie hielt. Fans, Mitspieler und Trainer Edy Reja atmen auf. Für den Coach wäre ein Erfolg gegen den AS Rom Gold wert - im Stadtduell hat er die «Roma» noch nie geschlagen. Radikale Lazio-Fans nehmen ihm dies übel. Vor wenigen Wochen stand der Trainer deshalb vor der Kündigung. Reja hatte die Anfeindungen der Fans und einiger römischer Medien satt. Dass Reja sich noch umstimmen ließ, war nicht zuletzt Kloses Verdienst, berichteten Sporttageszeitungen in Italien.

Klose sprach sich für den Trainer aus und das Wort des Neuzugangs hat bereits Gewicht bei Lazio. Schließlich ist der Deutsche bislang Lazio Erfolgsgarant. Mit seinen drei Ligatoren in fünf Spielen ist er bei den «Weißblauen» fast schon zum Alleinunterhalter aufgestiegen.

Im Gegensatz zu vielen Mitspielern flößt das Derby Klose keine Angst ein. Die enormen Erwartungen werden dem Routinier nicht die Beine lähmen - da sind sich die «Laziali» sicher. Und dass Klose im vergangenen Jahr noch im Bayern-Trikot gegen den AS Rom getroffen hat, werten die Anhänger zudem als gutes Omen.

Lazio-Kapitän Tommaso Rocchi hält große Stücke auf den Deutschen: «Er hat mich sehr beeindruckt. Seine Spielintelligenz ist ganz außergewöhnlich», lobte Rocchi und fügte hinzu: «Neben so einem Kaliber zu spielen, motiviert mich immer wieder.» Auch Trainer Reja ist von Klose begeistert - von seiner akribischen Vorbereitung auf den Gegner, seinem Einsatz auf dem Platz, seiner kaltschnäuzigen Chancenverwertung und von seiner bescheidenen Art. So schnell wie Klose hat sich lange kein Spieler mehr bei Lazio ins Team eingefügt.

Vor dem Stadtduell scheinen beide Teams gleichstark. Nach fünf Spielen rangieren sie mit acht Zählern im oberen Mittelfeld. Der AS Rom muss allerdings auf seinen verletzten Kapitän Francesco Totti verzichten. «Ich bin sehr traurig, dass ich nicht spielen kann», sagte «Mr. Roma». Behält Totti recht, werden ihn seine Fans aber noch oft im Derby sehen. «Ich werde noch bis 40 Jahre spielen.»