Yeongam (dpa) - In Südkorea startet Sebastian Vettel erstmals als Doppel-Weltmeister. Was ihn für die letzten vier ausbleibenden Rennen der Saison und darüber hinaus motiviert, verrät der Heppenheimer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

«Das ist immer ein gewisser Rausch. Man verpasst manchmal, den Moment komplett aufzusaugen. Deswegen will man es immer wieder machen, damit man immer wieder ein Stück davon mitnehmen kann», sagte der Red-Bull-Pilot. Eine Woche nach dem Gewinn seines zweiten Titels startet der Hesse am Sonntag schon wieder beim Großen Preis von Südkorea - und will auch dort gewinnen. «Es gibt kaum eine Sache, bei der es mir egal ist zu verlieren», erklärte der 24-Jährige.

Sie haben nach dem Titelgewinn von einem Gefühl der Verwirrung gesprochen. In welchem Stadium sind Sie jetzt?

Vettel: «Was ich damit meinte, ist, dass es sehr verwirrend ist, so schnell umzuschalten von dem Modus, in dem man sich das ganze Jahr befindet. Sich auf den Moment zu konzentrieren, jedes Rennen als einzelnen Schritt wahrzunehmen. Dann umzuschalten und zu verstehen, dass man das geschafft hat, was man sich als finales Ziel gesetzt hat am Anfang des Jahres, als oberstes Ziel. Zu realisieren, dass einem das keiner mehr nehmen kann, braucht seine Zeit. Nicht so sehr die Zeit dafür, zusammen mit den Leuten zu feiern. Ich brauche vielmehr für mich die ruhige Zeit im engsten Kreis oder die Zeit, für mich selbst allein zu sein, um das Ganze einsinken zu lassen und zu verstehen.»

Hätten Sie also jetzt gern mehr Gelegenheit zum Genießen gehabt?

Vettel: «Nein, vom Zeitplan her war das schon absolut okay. Wir hatten eine sehr schöne Feier direkt danach. Natürlich wissen wir, dass es jetzt sofort weitergeht, es geht nach wie vor noch um die Konstrukteurs-WM. Wir haben uns das ganze Jahr bemüht, in der Fahrer-WM den Tag nicht vor dem Abend zu loben. Auch wenn viele es gern gehört hätten und sich gewünscht hätten, dass es sich noch rumdreht, um uns das dann vorzuwerfen. Genauso sehe ich das auch hier. Wir müssen erst unseren Job machen. Nach der Saison werden wir dann sicher noch die Gelegenheit zum Feiern ergreifen.»

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