Berlin (dpa) - Zwanzig Jahre lang bespitzelt der DDR-Schriftsteller Paul Gratzik als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit Kollegen und Freunde. Darunter auch große Namen wie Theaterautor Heiner Müller.

Anfang der 80er Jahre sagt sich Gratzig von der Stasi los, er enttarnt sich und steht von nun an selbst im Visier des DDR-Geheimdienstes. In ihrer Dokumentation zeichnet Annekatrin Hendel den widersprüchlichen Lebensweg eines Mannes nach, der heute zurückgezogen in der Uckermark lebt. Einstige Weggefährten des Dichter kommen zu Wort, darunter auch ein für Gratzik bei der Staatssicherheit zuständiger Führungsoffizier.

«Vaterlandsverräter», der auf der diesjährigen Berlinale im Rahmen der «Perspektive Deutsches Kino» vorgestellt wurde, ist Hendels Kinodebüt.

(Vaterlandsverräter, Deutschland 2011, 97 Min., FSK ab 0, von Annekatrin Hendel)

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