Berlin (dpa) - Schiedsrichter-Leiter Lutz Michael Fröhlich drängt auf ein Ende der Doppelbestrafung mit Roter Karte und Elfmeter für eine Notbremse.

«Wir wünschen uns natürlich, dass es in absehbarer Zeit hierzu eine klare Regeländerung gibt, dass die Schiedsrichter nicht mit dieser Diskussion konfrontiert werden», sagte der Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund im ZDF-Morgenmagazin.

Am Samstag hatte Referee Peter Sippel den Schalker Torwart Ralf Fährmann bei der Bundesligapartie gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:2) nach einem Foul im Strafraum an Dorge Kouemaha vom Platz gestellt. «Wir können unsere Schiedsrichter nicht in die Bredouille bringen, das bestehende Regelwerk insofern zu beugen, dass man sagt: Ich bin gefühlt der Meinung, hier ist eine Rote Karte zu viel», betonte Fröhlich und plädierte für eine Modifizierung. «Hier einen Strafstoß zu geben und allenfalls Gelb zu zeigen, ist völlig ausreichend.»

Der DFB strebt seit längerem auf internationaler Ebene eine Änderung der Regel an, die bei einer Notbremse auch Rot für den foulenden Spieler vorsieht. Der Antrag wurde von dem für Regelfragen zuständigen International Football Association Board (IFAB) im vergangenen März an eine «FIFA Task Force Football 2014» verwiesen.

Fröhlich bewertete die Entscheidung von Schiedsrichter Jochen Drees, der einen Treffer von Hannover 96 beim 1. FC Köln wegen passiven Abseits nicht anerkannt hatte, als «Grenzfall»: «Das ist ein Ermessensspielraum.»