Berlin (dpa) - Die FDP will erst 2013 über eine Frauenquote in den Führungsetagen der Top-Unternehmen entscheiden. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wandte sich in der «Passauer Neuen Presse» gegen eine schnelle gesetzliche Regelung.

«Bis 2013 werden weitere Aufsichtsratsmandate und Vorstandsposten neu zu besetzen sein, bis dahin müssen die Unternehmen noch Taten folgen lassen und die Zahl der Frauen in den Führungsebenen angemessen erhöhen. »

Die Personalvorstände der 30 Dax-Unternehmen werden an diesem Montag gegenüber der Bundesregierung zusagen, den Anteil der Frauen unter den Leitenden Angestellten und im mittleren bis oberen Management deutlich zu erhöhen - zum Teil auf bis zu 30 Prozent bis 2020. Die Worte «Vorstand» und «Aufsichtsrat» kommen allerdings in dem abgestimmten Zielkatalog der Wirtschaft bislang nicht vor.

Frauenministerin Kristina Schröder (CDU) bereitet derzeit ein Gesetz vor, nach dem die Unternehmen verpflichtet werden sollen, sich selbst Zielvorgaben zur Frauenförderung zu setzen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) strebt eine noch weitergehende Lösung an.

Leutheusser-Schnarrenberger sagte: «Solange Selbstregulierung erfolgversprechend ist, bedarf es gerade keiner gesetzlichen Quoten.» Seit Mai 2010 seien bei Nachwahlen von einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern 9 von 23 Posten mit Frauen besetzt worden. «Das sind fast 40 Prozent», sagte die FDP-Politikerin.