Frankfurt (dpa) - Eine zunehmende Nervosität vor dem EU-Gipfel am Wochenende dürfte am Donnerstag für Kursverluste am deutsche Aktienmarkt sorgen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Leitindex stand gegen 8.05 Uhr mit 5.804,95 Punkten um 1,84 Prozent unter dem Dax-Schlussstand vom Mittwoch.

Geschürt wird die Unruhe Händlern zufolge von immer wieder anders lautenden Medienberichten zu Gipfel-Themen, die den Markt jedes Mal in Bewegung brächten. Die mittlerweile auf Hochtouren laufende US-Berichtssaison sowie neue Unternehmensresultate aus Europa träten bei dieser Gemengelage eher in den Hintergrund, sagte ein Börsianer. Jenseits des Atlantiks stehen am Donnerstag etwa die Resultate von Philip Morris sowie von AT&T vor dem Handelsstart in New York an. In Europa legen Ericsson und später noch Nokia ihre Zahlenwerke vor. Die Vorgabe aus den USA ist indes negativ: Ein zurückhaltender Blick der amerikanischen Notenbank auf die Konjunkturentwicklung hatte am Vorabend an der Wall Street für ein Minus gesorgt, der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial <DJI.DJI> gab seit dem Xetra-Schluss am Vortag 1,25 Prozent ab.

Deutsche Börse nach Zahlen im Blick - Bei L&S kaum verändert

Unter den deutschen Einzelwerten standen unter anderem die Titel der Deutschen Börse nach überraschend am Vorabend vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal im Blick. Vorbörslich bei Lang & Schwarz (L&S) lagen die Papiere zunächst moderat im Minus und schlugen sich damit etwas besser als der Markt. Die Deutsche Börse hatte Umsatz und Ergebnis steigern können. Beim Überschuss, der ebenfalls deutlich im zweistelligen Prozentbereich zugelegt hatte, hatte der Marktbetreiber die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Wegen ihrer geplanten Fusion mit der US-Börse NYSE Euronext waren zugleich aber auch die operativen Kosten gesetiegen. Analyst Christian Muschick von der Investmentbank Silvia Quandt sprach von "soliden Zahlen". Ein anderer Börsianer meinte indes, die "nackten Zahlen“ seien im aktuellen Fusionsprozess eher nebensächlich.

Nach unten ging es vorbörslich hingegen für die Bankenwerte nach einer Studie sowie einem Medienbericht zum möglichen künftigen Kapitalbedarf der Konzerne. Die Titel der Deutschen Bank büßten bei L&S mehr als zweieinhalb Prozent ein, die der Commerzbank mehr als zwei Prozent. Börsianer verwiesen unter anderem auf eine Barclays-Studie. Darin heißt es, dass unter Annahme verschiedener Szenarien der Kapitalbedarf der europäischen Banken zwischen 174 und bis zu 340 Milliarden Euro liegen könnte. Bislang sei der Markt von 100 bis 220 Milliarden ausgegangen, sagte ein Händler. Andere Marktteilnehmer verwiesen indes auf einen Bericht der "Financial Times", wonach sich der Kapitalbedarf auf lediglich 70 bis 90 Milliarden Euro belaufen könnte.

Adava nach Zahlen sehr fest

ahlen lieferte am Morgen auch das TecDax-Mitglied Adva Optical Networking. In Folge dessen zeigten sich die Titel vorbörslich sehr fest. Ein Händler lobte die Marge des Glasfaserkabel-Spezialisten. Zudem sei das ausgegebene Margenziel besser als erwartet, obwohl die Umsatzprognose etwas unter den Annahmen des Marktes geblieben sei.