Peking (dpa) - Die Sorgen um ein langsameres Wachstum in China und die Schuldenkrise in Europa haben den chinesischen Aktienmarkt in Shanghai auf den niedrigsten Stand seit 31 Monaten fallen lassen.

Der Composite Index in Shanghai gab am Donnerstag erneut um 1,94 Prozent oder 46 Punkte auf 2331 Punkte nach. So niedrig war der Index zuletzt im März 2009, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Der Component Index in Shenzhen sackte sogar um 3,06 Prozent oder 309 Punkte auf 9796 Punkte. Es ist der tiefste Stand in Shenzhen seit Juni 2010. Ursache sind die Erwartungen, dass sich das chinesische Wachstum im vierten Quartal weiter verlangsamen wird. Auch die schwierigen Verhandlungen in Europa über die Schuldenkrise auf dem wichtigsten chinesischen Exportmarkt drückten die Stimmung.

Auch chinesische Immobilienunternehmen mussten Kursverluste hinnehmen. Der Chef der chinesischen Bankenaufsicht, Liu Mingkang, hatte am Mittwochabend eigentlich positiv über die chinesischen Banken sprechen wollen und dabei von einem möglichen Preiseinbruch im überhitzten Immobilienmarkt von 40 Prozent gesprochen, den Banken nach den Erkenntnissen jüngster Stress-Tests aushalten könnten.

Chinas Wirtschaft ist im dritten Quartal mit 9,1 Prozent so langsam wie seit zwei Jahren nicht mehr gewachsen, auch wenn die Regierung von einem «allgemein guten» Wachstum sprach. Im ersten Quartal lag das Wachstum bei 9,7 und im zweiten bei 9,5 Prozent.

Wegen der weltweiten Unsicherheiten sah das Handelsministerium in Peking «düstere Aussichten» für den Außenhandel bis Ende des Jahres und im ersten Quartal 2012. Das Exportwachstum verlangsamte sich schon von 24 Prozent im August auf 17 Prozent im September im Vergleich zu den Vorjahresmonaten.