Oberpfaffenhofen/Kourou (dpa) - Der Start der ersten beiden Satelliten für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo ist vorerst abgesagt worden. Die Sojus-Rakete mit den Satelliten an Bord konnte nicht wie geplant vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana abheben.

«Was die Ursache ist, wird gegenwärtig noch untersucht», sagte der Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt, Andreas Schütz, am Donnerstag im Galileo-Kontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen. Am Morgen hätten alle Signale auf Grün gestanden, es sei bereits mit dem Betanken der Sojus-Rakete begonnen worden. Nun komme als alternativer Starttermin der Freitag oder Samstag in Frage.

Es sollte der erste Start einer russischen Sojus-Rakete von europäischem Hoheitsgebiet werden. Die Rakete hätte um 12.34 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit von ihrer neuen Startrampe in Kourou abheben sollen. Sojus gilt trotz einer Pannenserie seit Ende vergangenen Jahres als sehr zuverlässig und fliegt kostengünstiger als die europäische Ariane.

Das Galileo-System soll die europäische Eigenständigkeit unterstreichen und die Vormacht des US-amerikanischen GPS (Global Positioning System) brechen. Galileo soll viel präziser arbeiten und weltweit metergenaue Positionsbestimmungen möglich machen.

Immer wieder haben aber massive Verzögerungen im Zeitplan und Kostensteigerungen Galileo in die Kritik gebracht. Eigentlich war der Betrieb für 2008 geplant. Nun soll es endgültig 2014 losgehen. Bis dahin sollen 18 von insgesamt 30 geplanten Satelliten im All sein.

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