ComputerFeature: Mit Gratis-Flirts Geld verdienenSeite 2/2

Das Kalkül: Wenn aus der Masse der Nutzer nur ein paar Geld ausgeben, kommt eine stattliche Summe zusammen. Manch einer gibt auf Dauer sogar mehr aus als in einem Portal mit Abogebühr. Bei Badoo scheint das jedenfalls zu funktionieren: Der Umsatz liegt bei rund 100 Millionen Dollar pro Jahr. Der Gründer Andrey Andreev prahlt damit, dass die Investoren aus dem Silicon Valley bei ihm Schlange stehen.

Auf den Spuren von Badoo ist MeetOne, ein Startup aus Hamburg. Dass die Macher ebenfalls auf das Gratis-Modell setzen, kommt nicht von ungefähr: Geschäftsführerin Mila Sukhareva war beim in Hamburg ansässigen Spieleanbieter Bigpoint tätig. Zu den ersten Investoren gehört Heiko Hubertz, Gründer des weltweit agierenden Unternehmens, das erfolgreich auf das «free-to-play»-Modell setzt.

MeetOne versucht, nicht als reine Baggerbörse dazustehen. «Es gibt Millionen Singles, die auf der Suche nach einem Partner das Internet nutzen. Aber noch mehr wollen einfach nur Leute kennenlernen», sagt Mitgründer Nils-Holger Henning, ebenfalls ein langjähriger Bigpoint-Manager. «Wir haben einen viel weiteren Markt im Blick.» Also auch Leute, die nur einen Jogging-Partner suchen. Einen virtuellen Diamantring als Geschenk an den oder die Verehrte gibt es natürlich trotzdem.

Seit dem Start vor sechs Monaten haben sich rund 200 000 Nutzer registriert, binnen zwölf Monaten will die Plattform zwei Millionen Mitglieder haben. Und ein neuer Geldgeber soll helfen, die Marke bekannter zu machen: Die TV-Kette ProSiebenSat.1 hat über ihre Tochter Seven Ventures 29 Prozent der Firma übernommen. Das Investment dürfte im Millionenbereich liegen. Einen Teil davon bezahlt der Konzern mit Werbespots. Das soll MeetOne helfen, die kritische Masse zu erreichen - damit das Gratis-Modell Umsatz abwirft.

Infos über Badoo

Studie zu Online-Partnerbörsen

Wired-Artikel über Badoo (Investoren)

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  • Quelle dpa