Damaskus (dpa) - Die syrische Führung setzt darauf, dass Russen und Chinesen ein internationales Eingreifen in Syrien auch in Zukunft verhindern werden. «Ich denke, dass sich die Haltung von Russland und China nicht geändert hat», sagte Außenminister Walid al-Muallim vor der Presse in Damaskus.

Er rechne deshalb nicht mit einer «ausländischen Einmischung» wie in Libyen. Anfang Oktober war eine von der Bundesregierung und anderen europäischen Staaten formulierte Syrien-Resolution im Weltsicherheitsrat am Widerstand der Vetomächte Russland und China gescheitert.

Al-Muallim bezeichnete die Entscheidung der Arabischen Liga, Syrien vorübergehend aus dem Staatenbündnis auszuschließen als illegal. Die Entscheidung der arabischen Außenminister sei nicht einstimmig gewesen und daher ungültig, erklärte er. Gegen die Resolution hatten der Jemen und der Libanon gestimmt.

Der Minister entschuldigte sich in seiner Pressekonferenz, die live im arabischen Fernsehen übertragen wurde, für die Angriffe regimetreuer Syrer auf mehrere Botschaften und Konsulate am Wochenende. Betroffen waren diplomatische Vertretungen von Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei und Frankreich.

Zu den EU-Sanktionen gegen Syrien sagte Al-Muallim, die Europäer hätten viel Geld für ihren Einsatz in Libyen ausgegeben. Deshalb setzten sie im Falle Syriens nun auf Sanktionen. Diese Sanktionen könnten die Regierung in Damaskus aber nicht zu Fall bringen.