Abu Dhabi (SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel träumt von einer Titelserie nach dem Vorbild von Michael Schumacher. Mit Blick auf die Weltmeister-Ehrung am 9. Dezember in Neu Delhi sagte er in einer großen Saisonbilanz: "Am Jahresende gibt es einen Pokal, der hervorsticht. Den von letztem Jahr habe ich zurückgeben müssen, nun hab ich ihn wieder. Es wäre toll, den Pokal für mehrere Jahre zu haben. Michael hatte ihn mal fünf Jahre am Stück." Schumacher gewann zwischen 2000 und 2004 fünf WM-Titel in Serie.

Pokale sind Vettel wichtiger als alles Geld der Welt. "Auf alles andere könnte ich verzichten, aber nicht auf die Pokale", sagte der Champion: "Wenn man sich zwei Stunden ins Zeug legt, will man belohnt werden. Ob es dann einen großen oder einen kleinen Scheck gibt, ist eigentlich egal. Aber ein schöner Pokal macht den Unterschied." Vor wenigen Tagen hatte Vettel noch erklärt, die Pokale, die er in seinem ganzen Haus verteilt hat, selbst abzustauben.

Genossen habe er jeden Gang aufs Podium. "Wenn ich da oben stehe, weiß ich: Das Leben wird für mich nicht mehr viel besser", erzählte der Red-Bull-Pilot: "Da kriegt man schon absolute Gänsehaut und verdrückt die eine oder andere Träne."

Der nie gefährdete Titel in dieser Saison war für Vettel aber kein Selbstläufer. "Es war dieses Jahr enger, als man es vom Ergebnis her beurteilen würde", meinte der Hesse. Und obwohl er im Vorjahr erst im letzten Rennen Weltmeister geworden war, sagte er: "Das Auto an sich hatte nicht die Dominanz wie 2010. Was aber den Unterschied gemacht hat, waren wir als Team und als Einheit. Wir haben aus den großen Fehlern von 2010 gelernt, und es hat von vorne bis hinten alles gepasst. Es gab viele Hochs und nur sehr wenige Tiefs - auch wenn einige versucht haben, welche zu suchen."

Ein großer Unterschied sei gewesen, "dass uns kleine Fehler nicht umgeworfen haben. Wenn das Boot mal angefangen hat zu wackeln, sind wir ruhig geblieben." Auch deshalb sei das Jahr 2011 "ein ganz besonderes. Ich werde noch Zeit brauchen, um zu realisieren, was wir geschafft haben. Ich kenne die Geschichte der Formel 1, sie bedeutet mir sehr viel. Und es ist ein großes Gefühl, nun dazuzugehören."