Honolulu (dpa) - US-Präsident Barack Obama sucht im Konflikt um das iranische Atomprogramm den Schulterschluss mit den UN-Vetomächten Russland und China. Obama sagte nach dem asiatisch-pazifischen Gipfel am Sonntag in Honolulu auf Hawaii, die Regierung in Teheran sei international isoliert.

Russland und China teilten seiner Meinung nach die Ziele der USA. Es würden alle Wege ausgelotet, um zu sehen, ob das Problem diplomatisch zu lösen sei.

Jedoch würden die USA keine Option vom Tisch nehmen, um iranische Atomwaffen zu verhindern. «Nicht nur die Welt sondern auch das iranische Regime versteht, wie entschlossen wir sind», betonte der US-Präsident. In den vergangenen Wochen war wiederholt über einen israelischen Militärschlag gegen den Iran spekuliert worden. Israel sieht sich durch das Regime in Teheran in seiner Existenz bedroht.

China und Russland hätten die selben Ziele «und ich glaube wir werden eng in dieser Frage zusammenarbeiten», sagte Obama. Washington werde Moskau und Peking in den kommenden Wochen konsultieren, um zu sehen, welche anderen Optionen sich anböten. Obama hatte mit dem russischen Präsident Dmitri Medwedew und dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao am Rande des APEC-Gipfels gesprochen.

Die Atomenergiebehörde hatte in der vergangenen Woche einen alarmierenden Bericht veröffentlicht, wonach der Iran zumindest bis 2010 an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet hat. Israel betrachtet das iranische Atomprogramm als existenzielle Bedrohung. Im Iran planen Studenten am Dienstag eine Menschenkette um die Urananreicherungsanlage in Natans. Die symbolische Geste solle zeigen, dass die Studenten bereit seien, im Falle eines israelischen Angriffs ihr Leben für das Atomprogramm zu geben, berichtete die Nachrichtenagentur Fars.

Auch die EU-Regierungen verschärfen im Steit mit dem Iran den Ton - wollen aber nicht mit einem Militärschlag drohen. Entsprechende Äußerungen des niederländischen Außenministers Uri Rosenthal, eine «militärische Option» gegen den Iran dürfe nicht ausgeschlossen werden, wurden von den meisten Ministern bei einem Treffen am Montag in Brüssel nicht geteilt.

«An einer Diskussion über eine militärische Operation, über eine militärische Intervention beteiligen wir uns nicht», sagte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. «Wir halten derartige Diskussionen für kontraproduktiv und lehnen sie deshalb auch ab und warnen auch davor.»

«Wir reden heute nicht darüber, aber es wäre jetzt nicht in Ordnung, irgendwelche anderen Optionen ein- oder auszuschließen», hatte Rosenthal vor dem Treffen mit seinen EU-Kollegen gesagt. Auf die Frage, ob es eine «militärische Option» gegen den Iran gebe, sagte er: «Ich schließe keine Optionen aus.» Die EU habe «eine Menge Arbeit» zu erledigen, «um wirklich wirksame Sanktionen gegen den Iran zu beschließen».

APEC-Gipfel

IAEA-Bericht