Oslo (dpa) - Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik muss weitere zwölf Wochen in Untersuchungshaft verbringen. Der 32-jährige Rechtsradikale und Islamhasser hatte am 22. Juli 77 Menschen bei zwei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya getötet und ist seitdem inhaftiert.

Er versuchte bei dem ersten öffentlichen Haftprüfungstermin am Montag vergeblich, eine fünfminütige Erklärung an anwesende Hinterbliebene von Opfern und Überlebenden seines Verbrechens abzugeben. Der zuständige Richter verweigerte ihm dafür das Wort. Das Gericht entsprach mit der Verlängerung der Untersuchungshaft dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Breivik hat sowohl das Massaker auf Utøya wie auch die Platzierung einer Autobombe in Oslo gestanden. Er bereut die Tötung von 77 Menschen nicht. Das Gerichtsverfahren soll im kommenden April eröffnet und bis Juli abgeschlossen werden.

Der von Medien angekündigte und vom Gericht erwartete Massenansturm beim ersten öffentlichen Erscheinen des Massenmörders blieb aus. So waren noch wenige Minuten vor Beginn der auf knapp eine Stunde angesetzten Verhandlung Zuhörerplätze frei. Neben 170 Journalisten hatten sich auch zahlreiche Hinterbliebene von Opfern sowie Überlebende der beiden Anschläge Plätze im Hauptsaal des Osloer Amtsgerichts gesichert.

Hinterbliebene hatten am Wochenende in einer gemeinsamen Erklärung gegen einen von Medien erzeugten «Zirkus» um Breivik protestiert. Das Urteil soll im Sommer vor dem ersten Jahrestag der Anschläge fallen. Bis Dezember wird ein rechtspsychiatrisches Gutachten zur Zurechnungsfähigkeit Breiviks erwartet.