FRANKFURT (dpa-AFX) - An den Devisenmärkten hat die Freude der Investoren über eine neue Regierung im hoch verschuldeten Italien nicht lange angehalten. Nach einem freundlichen Auftakt verlor der Handel im Verlauf des Montagvormittags immer stärker an Schwung und der Kurs des Euro <EURUS.FX1> rutschte deutlich unter die Marke von 1,37 US-Dollar. Am frühen Nachmittag stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3672 Dollar und damit etwa einen Cent tiefer als am Morgen.

"Die Reaktion der Märkte auf politische Entscheidungen werden in ihrer Halbwertzeit immer kürzer", kommentierte der Devisenexperte Thomas Amend von der HSBC Trinkaus den Handel. Seiner Einschätzung nach greife nach dem überraschend schnellen Regierungswechsel in Italien die alte Börsenregel: "Politische Börsen haben kurze Beine".

Am Morgen konnte der Euro noch von positiven Entwicklungen in der europäischen Schuldenkrise profitieren. Nach der Bildung einer neuen Regierung in Griechenland ist Italien nach dem Rücktritt Silvio Berlusconis auf einem ähnlichen Weg. Am Sonntagabend wurde der international geschätzte Wirtschaftsexperte Mario Monti mit der Regierungsbildung beauftragt.

Zudem habe eine Versteigerung von italienischen Staatsanleihen am Vormittag den Kurs des Euro zusätzlich unter Verkaufsdruck gesetzt, hieß es von Händlern. Für den Eurozonen-Staat wird frisches Geld vom Kapitalmarkt immer teurer: Bei einer Versteigerung von Staatsanleihen mit fünfjähriger Laufzeit nahm Rom 3,0 Milliarden Euro zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 6,29 Prozent auf. Das ist der höchste Wert seit 1997 - und ein rasanter Anstieg binnen weniger Wochen.