Die Golf-Herrscher hatten geglaubt, Petrodollar würden ausreichen, um ihre Bürger immun gegen die arabische Revolution zu machen. Doch erst ging die Opposition in Bahrain auf die Straße. Dann folgten Proteste im Oman. In Kuwait stürmten Demonstranten jetzt das Parlament.

Kuwait-Stadt (dpa) - Die Golf-Herrscher hatten geglaubt, Petrodollar würden ausreichen, um ihre Bürger immun gegen die arabische Revolution zu machen. Doch erst ging die Opposition in Bahrain auf die Straße. Dann folgten Proteste im Oman. In Kuwait stürmten Demonstranten jetzt das Parlament.

Sie werfen dem Mitglied der Herrscherfamilie unter anderem vor, nichts gegen die Korruption in dem ölreichen Emirat zu unternehmen. Die Demonstranten brachen am Mittwochabend das Tor vor dem Parlament in Kuwait-Stadt auf und drangen in das Gebäude ein, berichteten Medien am Donnerstag in Kuwait.

Die Demonstranten, die von einigen Abgeordneten der Opposition begleitet wurden, sangen im Plenarsaal die Nationalhymne und zogen dann wieder ab. Einige von ihnen riefen: «Das Volk will den Sturz des (Minister-)präsidenten.» Zuvor hatten sie den Berichten zufolge versucht, vor der Residenz von Ministerpräsident Scheich Nasser al-Mohammed al-Sabah zu demonstrieren. Dies habe die Polizei mit Schlagstöcken verhindert.

Der Emir von Kuwait, Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah, beriet sich nach den Vorgängen der Nacht am Donnerstag mit dem Kabinett und dem Parlamentspräsidenten. Er sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna: «Kuwait wird kein Schauplatz für Chaos und geplante Zerstörung sein.» Die Bevölkerung lehne dies ab. Er habe dem Innenministerium und der Nationalgarde deshalb den Befehl gegeben, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.

Eine für Donnerstagmorgen vorgesehene Parlamentssitzung sei wegen der Schäden im Plenarsaal abgesagt worden, meldete die Nachrichtenwebsite Al-Aan. Einige Oppositionelle hätten sich im Büro eines Abgeordneten getroffen, um ihr weiteres Vorgehen zu besprechen.