Nürnberg (SID) - Die Ausgangslage könnte besser sein. Seit sieben Spielen ist der 1. FC Nürnberg in der Fußball-Bundesliga sieglos, seit 18 Jahren hat er beim nächsten Gegner nicht mehr gewonnen, und bei der bislang letzten Niederlage vor knapp zwei Wochen trottete einer der beiden etatmäßigen Innenverteidiger unter Tränen vom Spielfeld. Dieter Hecking ficht das dennoch nicht an. "Ich denke, dass wir für eine Überraschung gut sind", versichert der Trainer des Club vor dem Gastspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) bei Schalke 04.

Das Aufeinandertreffen der Altmeister ist das 100. Spiel von Hecking als Trainer des neunmaligen deutschen Meisters, er sei "zuversichtlich", betonte er, "dass wir da was holen können". Diese positive Grundeinstellung will er sich auch nicht nehmen lassen. Es sei "kein Zweckoptimismus", dass er an einen Erfolg auf Schalke glaube, beteuerte Hecking. Und die jüngste Negativserie sei auch "keine Belastung", sondern es sei vielmehr "eine Herausforderung, sie endlich zu beenden". Das gilt auch für ihn: Hecking selbst hat als Trainer noch nie bei den Knappen gewonnen.

In der Abwehr wird Hecking erneut auf den Schweizer Timm Klose setzen, der vor knapp zwei Wochen beim Heimspiel gegen den SC Freiburg den Siegtreffer der Gäste zum 1:2 in der Schlussminute mit einem fürchterlichen Fehler einleitete und danach bitterlich weinte. "Ich spreche ihm ganz klar das Vertrauen aus", sagte Hecking am Donnerstag. Der Trainer stellte darüber hinaus klar, dass der lange Zeit verletzte Daniel Didavi, Leihspieler vom VfB Stuttgart, sein Debüt in der Anfangsformation geben werde. "Er wird die offensive Rolle einnehmen, die er variabel interpretieren kann", kündigte Hecking an.

Seine Zuversicht gründet der Nürnberger Trainer auf die vermeintlichen Schwächen des Gegners. "Gerade in der Rückwärtsbewegung" habe Königsblau Probleme, glaubt Hecking, "sie haben auch schon viele Gegentore kassiert." Genau genommen 18 und damit nur zwei weniger als der 1. FC Nürnberg, den Unterschied in der Tabelle (Schalke 5., Nürnberg 15.) macht die Offensive aus. Deshalb betont Hecking: "Es muss uns auch gelingen, die Offensive in den Griff zu bekommen." Der Club muss dabei weiter auf die Abwehrspieler Javier Pinola (Schambeinentzündung) und Per Nilsson (Reha) verzichten.