Berlin (dpa) - Der Verleger Hubert Burda («Bunte», «Focus») hat neue Spielregeln für Suchmaschinen und soziale Netzwerke im Internet gefordert.

Wie bei Telekommunikationsunternehmen, die für alle Anbieter gleichberechtigt die Infrastruktur für den Datenfluss im Netz zur Verfügung stellen müssen, sollte es etwa für Plattformen wie Google und Facebook auch eine «Netzneutralität» geben, sagte Burda auf dem Kongress der Zeitschriftenverleger in Berlin.

Google setze sich mit eigenen Angeboten oft an die Spitze der Suchergebnisse - zum Nachteil der Verlage. Die Inhalte-Lieferanten würden lediglich mit einem kleinen Anteil an den Google-Werbeerlösen beteiligt, sagte Burda, der auch Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) ist.

Der Verlegerpräsident bekräftigte die Forderung der Print-Branche nach einem Leistungsschutz für Verlagsangebote im Netz. So wie etwa Programmierer ein Urheberrecht auf ihre Codes hätten, müsste es auch «ein Recht auf Content» im Netz geben, sagte Burda. Er erwarte dazu ein Wort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die am Freitag auf dem Kongress sprechen soll.

Die Zeitschriftenverleger blicken optimistisch in die Zukunft. In diesem Jahr erwartet der VDZ, dass der Umsatz um 1,4 Prozent auf 7 Milliarden Euro steigt. Die Zahl der Beschäftigten soll um 2 Prozent auf 33 000 Mitarbeiter anwachsen, wie aus der bereits veröffentlichten Herbstumfrage unter mehr als 100 Verlagen hervorgeht. Für 2012 erwarten die Zeitschriftenverlage keinen Umsatzrückgang.

Verband Deutscher Zeitschriftenverleger