Dortmund (dpa) - In der Champions League vor dem Aus, in der Bundesliga auf Erfolgskurs - Borussia Dortmund bleibt auf nationaler Bühne das Team der Stunde.

Dank des 2:0 (1:0) im 139. Revierderby über den FC Schalke 04 verbuchte der deutsche Meister aus den vorigen acht Partien fast optimale 22 Punkte und stürmte damit zumindest für einen Tag an die Tabellenspitze. Selbst BVB-Trainer Jürgen Klopp geriet nach der starken Vorstellung seines Teams ins Schwärmen: «Die Jungs haben rotzfrech gespielt. Und das ist nach solch einer physisch und psychisch anspruchsvollen Woche nicht selbstverständlich.»

Unbeeindruckt von den beiden schweren Spielen beim FC Bayern (1:0) und beim FC Arsenal (1:2) ließ der BVB dem Gegner im Duell der erfolgreichsten Mannschaften der vorigen sieben Spieltage nicht den Hauch einer Chance. Mit den Treffern von Robert Lewandowski (16.) und Felipe Santana (61.) waren die Schalker vor 80 720 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park noch bestens bedient. Angesichts der großen Unterlegenheit seines Teams redete Trainer Huub Stevens Tacheles: «Wenn nur drei bis vier Spieler ihre Normalform erreichen, kannst du gegen ein Team wie Borussia Dortmund nicht gewinnen. Ich hoffe, wir können daraus viel lernen.»

In erster Euphorie kletterten alle BVB-Profis direkt nach dem Schlusspfiff vor der mächtigen Südtribüne auf den Zaun und ließen sich minutenlang feiern. «Das war ein Dankeschön an alle Fans, die uns in London so zahlreich unterstützt und auch nach dem 1:2 gefeiert haben», sagte Manndecker Mats Hummels.

Das kräftezehrende Programm der vergangenen Tage veranlasste Klopp zu Änderungen. So beorderte er Lucas Barrios erstmals in dieser Bundesliga-Saison in die Startelf. Diese offensivere Variante schlug sich im Spiel des Gastgebers nieder, der in hitziger Atmosphäre von Beginn an die Initiative ergriff. Dem Druck hielten die Schalker nicht lange stand. Nach Flanke von Schmelzer war Lewandowski per Kopf zur Stelle und sorgte mit seinem neunten Saisontreffer für die umjubelte Führung des Meisters.

Das frühe 1:0 gab der Borussia zusätzliche Sicherheit: So bot sich Mario Götze in der 30. Minute die große Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Doch den Schuss des Jung-Nationalspielers aus kurzer Distanz klärte Schalkes Abwehrspieler Joel Matip vor dem heranstürmenden Barrios kurz vor der Torlinie. Torraumszenen der «Königsblauen» gab es dagegen lange Zeit nicht zu sehen. Gegen die glänzend organisierte BVB-Abwehr erspielten sie sich bis zur Pause keine einzige Torchance.

Erst nach Wiederanpfiff griff Schalke aktiver ins Spielgeschehen ein. Mit einem Schuss von Lewis Holtby ans Außennetz (53.) deuteten die Gäste erstmals Torgefahr an. Doch die Dortmunder Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Ein Flachschuss von der Strafraumgrenze von Manndecker Santana sorgte für das vorentscheidende 2:0.

Ohne große Mühe brachte der BVB den verdienten Sieg über die Zeit und war dabei dem 3:0 näher als die Schalker dem Anschlusstreffer. Schalke-Manager Horst Heldt machte aus seinem Frust keinen Hehl: «Bei uns war vieles vorhanden, was schlecht ist im Fußball. Teilweise war es zum Einschlafen, wie wir gespielt haben.»

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 49,2 - 50,8

Torschüsse: 16 - 3

gew. Zweikämpfe in %: 59,4 - 40,6

Fouls: 24 - 24

Ecken: 3 - 2

Quelle: optasports.com