Augsburg (dpa) - Den Premieren-Jubel nach dem erlösenden ersten Heimsieg kosteten die Augsburger Spieler mit ihren Anhängern lange auf dem Platz aus. Im siebten Versuch feierte der Aufsteiger in der Fußball-Bundesliga einen verdienten 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg.

Vor 29 110 Zuschauern waren Daniel Brinkmann mit seinem ersten Bundesligator (65. Spielminute) und der eingewechselte Edmond Kapllani (90.+4) die Matchwinner. «Wir können stolz sein. Jetzt wollen wir weiterpunkten», erklärte Brinkmann.

Mit elf Punkten ist der FC Augsburg zwar weiter Tabellenletzter, konnte aber im Abstiegskampf das ersehnte Lebenszeichen senden. «Die Mannschaft hat sich endlich belohnt. Der Sieg war wichtig - auch mental», sagte Trainer Jos Luhukay. Wolfsburg bestätigte dagegen seinen Status als auswärtsschwächstes Team der Liga. Trainer Felix Magath war bedient: «Wir haben nicht genügend Spieler, die auch genügend Einsatz bringen.»

Bei Augsburg musste erneut der junge Mohamed Amsif den noch an einem Fingerbruch laborierenden Stammkeeper Simon Jentzsch vertreten - und hielt sein Tor sauber. Magath vertraute dagegen auf die Elf, die beim jüngsten 4:1 im Niedersachsen-Derby gegen Hannover überzeugt hatte. Anknüpfen konnte der deutsche Meister von 2009 an diese Leistung nicht. «Wir haben den Kampf nicht angenommen», klagte er.

40 Minuten plätscherte die Partie dahin, abgesehen von einer leichtfertig vergebenen Einschusschance von Tobias Werner (26.) fehlten Ideen auf beiden Seiten. Nach einem schnellen Konter über Brinkmann und Werner hatte Daniel Baier das 1:0 auf dem Fuß, seinen zu schwachen Volleyschuss konnte Diego Benaglio aber abwehren (41.).

Beim anschließenden Eckball landete der Ball zwar im Wolfsburger Tor, aber Schiedsrichter Guido Winkmann ahndete einen zu heftigen Einsatz des Japaners Hajime Hosogai gegen Torwart Benaglio. Der Wolfsburger Schlussmann hatte anschließend noch einmal Glück, als FCA-Angreifer Sascha Mölders nur den Außenpfosten traf (44.).

Nach dem Seitenwechsel erwachten die Wolfsburger aus ihrer Lethargie. Nach einem schnell vorgetragen Angriff verfehlte der mit vorgeeilte Abwehrspieler Marcel Schäfer das Tor knapp (51.). Eine Kuriosität folgte: FCA-Torwart Amsif wechselte die Schuhe (57.).

Wolfsburg war dem Führungstor nun nah: Nach einem Freistoß von Schäfer verlängerte Chris per Kopf, doch Alexander Madlung verpasste am langen Pfosten (64.). «Da hatten wir das Quäntchen Glück, das uns zuletzt so oft fehlte», meinte Augsburgs Sportdirektor Andreas Rettig. Augsburg schlug dann kurios zu: Nach einem falschen Einwirf des Wolfsburgers Schäfer setzte sich Mölders nach Einwurf von Baier gegen Madlung durch und bediente Brinkmann, der mit einem platzierten Schuss aus spitzem Winkel erfolgreich war. «Ich wollte das Tor unbedingt machen», erklärte der glückliche Mittelfeldspieler.

Wolfsburg öffnete, was dem agilen, aber im Abschluss kläglichen Werner zwei Großchancen nach Kontern einbrachte (78./90.). Erst in der Nachspielzeit machte der eingewechselte Kapllani alles klar.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 46,3 - 53,7

Torschüsse: 14 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 55,6 - 44,4

Fouls: 16 - 27

Ecken: 7 - 4

Quelle: optasports.com