Nürnberg (dpa) - Nach acht sieglosen Spielen hat der 1. FC Nürnberg in der Fußball-Bundesliga endlich wieder gewonnen. Die abgerutschten Franken bezwangen den 1. FC Kaiserslautern im Kellerduell mit 1:0 (1:0) und überholten den Mitkonkurrenten in der Tabelle.

Für den «Club» war es vor 37 266 Zuschauern erst der zweite Heimsieg in dieser Saison. Youngster Timothy Chandler traf in der 13. Spielminute für die technisch und taktisch überlegenen Gastgeber.

Die mit zwei Stürmern sehr offensiv ausgerichteten Pfälzer waren zwar engagiert und lauffreudig, hatten dem Nürnberger Übergewicht im Mittelfeld aber wenig entgegenzusetzen. Das Lauterer Rezept, mit langen Bällen auf die Angreifer Itay Shechter und Dorge Kouemaha zum Erfolg zu kommen, brachte die FCN-Defensive um den nach dieser Saison zu Bayer Leverkusen wechselnden Philipp Wollscheid nie wirklich in die Bredouille. Ein Umstand, der Trainer Marco Kurz - von 1990 bis 1994 selbst für den FCN aktiv - an der Seitenlinie mehrfach zur Verzweiflung brachte.

In der Partie machte Nürnbergs Linksaußen Alexander Esswein frühzeitig auf sich aufmerksam. Der Wirbelwind ließ den erstmals im deutschen Oberhaus von Beginn an aufgestellten 19 Jahre alten Lauterer Rechtsverteidiger Willi Orban ein ums andere Mal ganz alt aussehen. Nach zwölf Minuten kam Esswein aus halblinker Position frei zum Abschluss, verzog aber. Kurz vor der Halbzeit scheiterte der 21-Jährige aus spitzem Winkel am stark reagierenden Junioren-Nationalkeeper Kevin Trapp im FCK-Tor.

Jubeln ließ den «Club» stattdessen Rechtsverteidiger Chandler, der Alexander Bugera den Ball auf der linken Lauterer Seite abluchste, nach innen zog und Trapp mit einem platzierten Flachschuss überwand. Die offensivschwachen Gäste demonstrierten vor der Pause nur zweimal so etwas wie Gefährlichkeit. Bugeras Freistoß (17.) und der Versuch des überraschend in die Startelf berufenen Oliver Kirch (38.) fanden aber jeweils nicht den Weg ins Nürnberger Tor.

Lauterns Mathias Abel hätte unmittelbar nach der Pause fast für den nächsten Paukenschlag gesorgt, als er eine Flanke von Tomas Pekhart um ein Haar ins eigene Netz verlängert hätte. Stattdessen klatschte das Leder an den linken Pfosten.

Es sollte nicht die letzte vielversprechende Chance bleiben. Gegen aufrückende Gäste bekamen die «Clubberer» in der zweiten Hälfte beste Kontergelegenheiten. Doch Esswein (56./64./74.), Christian Eigler (60.), der nach der Pause aufdrehende Kreativmann Daniel Didavi (66.) und Pekhart (72.) verpassten allesamt. Lautern hingegen enttäuschte nach der Pause und blieb harmlos.