Nürnberg (dpa) - Die Nürnberger Sieglos-Serie hat ein Ende gefunden. Nach acht Bundesliga-Partien ohne Dreier bezwangen die Franken den 1. FC Kaiserslautern im Kellerduell mit 1:0 (1:0) und überholten den Mitkonkurrenten auch in der Tabelle.

Für den «Club» war es vor 37 266 Zuschauern erst der zweite Heimsieg in dieser Saison. Youngster Timothy Chandler traf in der 13. Spielminute für die technisch und taktisch überlegenen Gastgeber - und machte Fußballtrainer Dieter Hecking happy. «Meine Mannschaft ist mit der Drucksituation hervorragend umgegangen», bilanzierte der FCN-Coach.

Die mit zwei Stürmern sehr offensiv ausgerichteten Pfälzer waren zwar engagiert und lauffreudig, hatten dem Nürnberger Übergewicht im Mittelfeld aber nichts entgegenzusetzen. Das Rezept, mit langen Bällen auf Itay Shechter und Dorge Kouemaha zum Erfolg zu kommen, war früh zum Scheitern verurteilt. «Nürnberg war uns in allen Bereichen überlegen und hat verdient gewonnen», sagte Trainer Marco Kurz.

In der zweiten Halbzeit verzeichneten die Pfälzer nicht eine einzige klare Torchance. Ein Umstand, der den FCK-Coach - von 1990 bis 1994 selbst für den FCN aktiv - an der Seitenlinie mehrfach zur Verzweiflung brachte - und ihn hinterher Klartext reden ließ. Nach der «großen Enttäuschung» entschuldigte er sich gar bei «unseren Fans für diese Leistung».

In der Partie machte der Ex-Lauterer und Linksaußen Alexander Esswein frühzeitig auf sich aufmerksam. Der Nürnberger Wirbelwind ließ den erstmals im deutschen Oberhaus von Beginn an aufgestellten 19 Jahre alten Lauterer Rechtsverteidiger Willi Orban ein ums andere Mal ganz alt aussehen. Nach zwölf Minuten kam Esswein aus halblinker Position frei zum Abschluss, verzog aber. Kurz vor der Halbzeit scheiterte der 21-Jährige aus spitzem Winkel am stark reagierenden Junioren-Nationalkeeper Kevin Trapp im FCK-Tor.

Jubeln ließ den «Club» stattdessen Rechtsverteidiger Chandler, der Alexander Bugera den Ball auf der linken Lauterer Seite abluchste, nach innen zog und Trapp mit einem platzierten Flachschuss überwand. Die offensivschwachen Gäste demonstrierten vor der Pause nur zweimal so etwas wie Gefährlichkeit. Bugeras Freistoß (17.) und der Versuch des überraschend in die Startelf berufenen Oliver Kirch (38.) fanden aber jeweils nicht den Weg ins Nürnberger Tor.

Lauterns Mathias Abel hätte unmittelbar nach der Pause fast für den nächsten Paukenschlag gesorgt, als er eine Flanke von Tomas Pekhart um ein Haar ins eigene Netz verlängert hätte. Stattdessen klatschte das Leder an den linken Pfosten.

Es sollte nicht die letzte vielversprechende Chance bleiben. Gegen aufrückende Gäste bekamen die «Clubberer» in der zweiten Hälfte beste Kontergelegenheiten. Doch Esswein (56./64./74.), Christian Eigler (60.), der nach der Pause aufdrehende Kreativmann Daniel Didavi (66.) und Pekhart (72.) verpassten allesamt. Lautern hingegen enttäuschte und blieb harmlos. «Wir müssen uns vorwerfen, dass wir die Konter nicht gut zu Ende gespielt haben. Wir hätten 2:0, 3:0 gewinnen müssen», meinte FCN-Torwart Raphael Schäfer.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 40,7 - 59,3

Torschüsse: 13 - 6

gew. Zweikämpfe in %: 56,7 - 43,3

Fouls: 21 - 25

Ecken: 6 - 1

Quelle: optasports.com