Augsburg/Offenbach (dpa) - Angesichts der Pleite von Manroland sieht die SPD am Offenbacher Standort des Druckmaschinenherstellers auch das Land Hessen in der Pflicht.

Unterdessen gab es nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) am Samstagnachmittag am Stammsitz Augsburg ein erstes Krisentreffen im Rathaus.

Auf Einladung von Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) seien am Nachmittag Vertreter des Unternehmens, der IHK, der IG Metall und der Arbeitsagentur zusammengetroffen. Über Ergebnisse wurde zunächst nichts bekannt. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) will sich am Montag in Augsburg mit den Beteiligten zusammensetzen. Manroland mit seinen rund 6500 Mitarbeitern hatte am Freitag Insolvenz angemeldet.

Die Offenbacher SPD verwies auf einen vergleichbaren Fall: «Baden-Württemberg hat dem direkten Konkurrenten, der Heidelberger Druckmaschinen AG, 2009 mit Landesbürgschaften in Höhe von 229 Millionen Euro das wirtschaftliche Überleben gesichert», teilte der Offenbacher SPD-Fraktionschef Andreas Schneider am Samstag mit. «Auch wenn es jetzt vielleicht schon 5 nach 12 ist, muss auch Wiesbaden hier Verantwortung für den Wirtschaftsstandort Hessen übernehmen und alles Menschenmögliche für den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze in Offenbach und Mühlheim tun.»

Die Pleite von Manroland ist die größte Insolvenz in Deutschland seit rund zwei Jahren. Die Eigentümer Allianz und MAN entlassen den angeschlagenen Druckmaschinenhersteller und seine insgesamt 6500 Beschäftigten nur einen Monat vor Weihnachten in die Ungewissheit über ihre Zukunft.

Pressemitteilung Stadt Augsburg