Castor bahnt sich Weg gen Gorleben

Gorleben (dpa) - Stop and Go für den Castorzug: Die elf Behälter mit Atommüll kommen auf ihrem Weg nach Gorleben nur langsam voran. Demonstranten und Polizei lieferten sich wieder gewaltsame Auseinandersetzungen. Atomkraftgegner kritisieren die Strategie der Polizei als zu hart. Die Sicherheitskräfte dagegen berichten immer wieder von Attacken gegen Beamte. Bei einer friedlichen Kundgebung in Dannenberg forderten Atomkraftgegner aus ganz Deutschland, dass der Salzstock Gorleben niemals ein Endlager für Atommüll wird.

Brandanschlag auf Bahnstrecke Berlin-Hamburg

Berlin (dpa) - Auf die Bahnstrecke Berlin-Hamburg ist ein Brandanschlag verübt worden - gut 60 Kilometer vom niedersächsischen Gorleben entfernt. Ein Zusammenhang mit dem Castortransport sei nicht auszuschließen, hieß es von der Polizei in Potsdam. Der Verkehr auf der ICE-Strecke war gestört, wurde aber nicht eingestellt. Gegen 4.30 Uhr hatten Unbekannte bei Karstädt Benzin in einen Kabelkanal neben der Bahnstrecke gegossen und angezündet. Bislang gibt es laut Polizei noch keine Hinweise, wer für den Anschlag verantwortlich ist.

Grüne wollen 8,50 Euro Mindestlohn und Klimaschutzgesetz

Kiel (dpa) - Die Grünen fordern eine komplette Umstellung von Wirtschaft und Lebensweise hin zu Klima- und Umweltverträglichkeit. Umweltfreundliche Produkte sollen durch grüne Industriepolitik gestärkt werden, beschlossen die Delegierten des Parteitags in Kiel. Dies funktioniere nur gemeinsam mit der Wirtschaft. Die Forschung in Unternehmen bis 250 Mitarbeiter soll steuerlich gefördert werden. Die Grünen fordern einen Mindestlohn von 8,50 Euro. Die Finanzmärkte sollen reguliert werden.

Zschäpe möglicherweise nicht direkt an Mordserie beteiligt

Berlin (dpa) - Die mutmaßliche Neonaziterroristin Beate Zschäpe war möglicherweise nicht direkt an den Morden ihrer beiden Komplizen beteiligt. Entsprechend äußerte sich BKA-Präsident Jörg Ziercke nach Angaben der «Süddeutschen Zeitung». Die 36-Jährige, die seit fast zwei Wochen in U-Haft sitzt, hat bisher die Aussage verweigert. Sie wird beschuldigt, gemeinsam mit zwei Komplizen die Terrorgruppe NSU gebildet zu haben. Die Bundesanwaltschaft bestritt inzwischen, dass sie über einen informellen Deal mit Zschäpe nachdenkt.

Gemäßigte Islamisten gewinnen Wahlen in Marokko

Rabat (dpa) - Der Siegeszug der gemäßigten Islamisten im Norden Afrikas geht weiter. Erst gewannen sie die Wahlen in Tunesien, jetzt sind sie auch im Nachbarland Marokko stärkste Partei. Die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung habe 80 der bislang ausgezählten 288 Sitze gewonnen, teilte Innenminister Taieb Cherkaoui mit. Die im Sog des Arabischen Frühlings entstandene Protestbewegung boykottierte die Wahlen. Auch die radikalislamistische Bewegung für Gerechtigkeit und Spiritualität hatte dazu aufgerufen, den Wahlen fern zu bleiben.

Kein Ende des Blutvergießens in Syrien

Kairo (dpa) - In Syrien gehen die Regierungstruppen trotz der drohenden Sanktionen weiter massiv gegen die Protestbewegung vor. Mindestens zehn Menschen wurden heute nach Angaben von Aktivisten getötet, die meisten nahe der Grenze zur Türkei. In Homs, einer Hochburg der Proteste, habe es ebenfalls Tote gegeben. Vor allem die «Freie Syrische Armee», die Deserteure rekrutiert, stellt sich den Regierungstruppen entgegen. Aufgrund einer Medienblockade lassen sich Berichte aus Syrien aber nicht von unabhängiger Seite überprüfen.