Washington (dpa) - Die US-Weltraumagentur Nasa hat am Samstag eine technisch höchst ausgefeilte Marssonde auf die Reise geschickt. Geht alles weiter nach Plan, wird sie ihr Ziel am 6. August 2012 erreichen und den etwa autogroßen Marsrover «Curiosity» (Neugier) auf dem Roten Planeten aussetzen.

Er soll dann auf dem Marsboden nach organischen Materialien suchen und insgesamt herausfinden, wie lebensfreundlich oder auch -feindlich der Planet einst war und ist. Dazu hat das Roboter-Fahrzeug mit einem stolzen Gewicht von etwa 900 Kilo zehn ausgeklügelte Instrumente an Bord. Dazu zählt ein in Deutschland mitentwickeltes Strahlenmessgerät.

Es soll nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln Daten darüber liefern, welcher Strahlung eventuelle künftige Mars-Astronauten ausgesetzt wären. Das DLR und die Universität Kiel haben die Sensoreinheit des Instruments mit dem Kürzel RAD («Radiation Assessment Detector») entwickelt. Es ist so groß wie eine Schuhschachtel und soll auch die Frage klären, wie tief sich mögliche frühere Lebensformen im Boden befunden haben müssen, um die Strahlung auf dem Mars zu überleben.

«Die Erde ist durch ihre Atmosphäre geschützt - der Mars hat aber nur eine sehr dünne Atmosphäre und somit nur eine geringe Abschirmung gegen die kosmische Strahlung», erläuterte Günther Reitz vom DLR.

Die Marssonde mit dem in einem kapselartigen Modul verpackten Rover hob reibungslos um kurz nach 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit an Bord einer Atlas-Rakete in Cape Canaveral (Florida) ab. Es ist nach Nasa-Angaben die bisher größte und technisch ausgeklügelste Sonde, die jemals für die Landung auf einem Planeten entwickelt wurde. Entsprechend hoch ist auch der Preis. Für die Mission mit allem Drum und Dran macht die US-Raumfahrtbehörde stattliche 2,5 Milliarden Dollar (etwa 1,9 Milliarden Euro) locker.

Nasa-Informationen zur Marsmission

Pressemitteilung DLR