Kuusamo (dpa) - Als Tino Edelmann den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere perfekt gemacht hatte, riss der Thüringer jubelnd die Arme in den dunklen Himmel von Kuusamo.

24 Stunden nach dem dritten Platz beim Auftakt bescherte Edelmann den deutschen Nordischen Kombinierern mit seinem Erfolg einen glänzenden Saisoneinstand und übernahm das Gelbe Trikot des Weltcupführenden. Nach einem Sprung und dem 10-Kilometer-Langlauf erreichte der sechsmalige Vize-Weltmeister aus Zella-Mehlis acht Sekunden vor dem Finnen Janne Ryynänen und 12,2 Sekunden vor Akito Watabe aus Japan das Ziel.

«Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat. Am Ende wurde es noch eng, da bin ich ein bisschen ins Schwitzen geraten. Es ist eine Ehre, das Gelbe Trikot zu tragen. Ich werde versuchen, nächste Woche in Lillehammer so weiterzumachen», sagte Edelmann.

Bundestrainer Hermann Weinbuch stand die Freude über Edelmanns Erfolg ins Gesicht geschrieben. «Im Lauf hat er wegen seiner gesundheitlichen Probleme im Sommer noch nicht das Niveau wie in den Vorjahren. Aber er hat das clever gemacht und das Rennen nach Hause gebracht», lobte der Coach.

Edelmann profitierte auch davon, dass bei stürmischem Wind auf der Schanze nichts ging. Da er am Freitag den provisorischen Wettkampfsprung mit 134,5 Metern gewonnen hatte, ging er wieder als Erster in die Loipe - dieses Mal mit einem Vorsprung von 16 Sekunden auf Ryynänen.

Und auch der Rennverlauf ähnelte dem vom Freitag. Bis zur Halbzeit baute Edelmann seine Führung auf ein Verfolger-Duo leicht aus, dahinter rollten Watabe und Vortagessieger Magnus Krog das Feld von hinten auf. Während der Norweger als Sechster aber nicht mehr ganz nach vorne laufen konnte, stürmte der Japaner noch auf das Podest. «Ich habe versucht, die erste Runde langsamer anzugehen als beim ersten Wettkampf. Bei der Nässe hat der Ski am Ende nachgelassen. Ein entspanntes Rennen war das nicht», berichtete Edelmann.

Für die anderen DSV-Athleten lief es nicht so gut. Weltmeister Eric Frenzel musste sich mit Platz 15 zufriedengeben, für Björn Kircheisen reichte es nach einem verpatzten Sprung nur zu Rang 17. «Man sollte das nicht überwerten, da die Windbedingungen beim Springen sehr schwierig waren. Ich denke, das Feld wird sich in den kommenden zwei, drei Wochen sortieren», meinte Weinbuch.