Leverkusen (dpa) - Real, Barça, Arsenal oder Trabzon, Neapel, St. Petersburg - für Bayer Leverkusen geht es im abschließenden Champions-League-Gruppenspiel nur noch um die Qualität des nächsten Gegners im Achtelfinale.

«Wir wollen auf jeden Fall Gruppenerster werden», sagte Trainer Robin Dutt vor der Partie beim belgischen Meister KRC Genk. Trotz der vorzeitigen Qualifikation für die nächste Runde forderte der Bayer-Coach volle Konzentration. «Für Genk ist in der Gruppe alles entschieden, das kann sie gefährlich machen», meinte Dutt.

Der Bundesliga-Sechste befindet sich in einer komfortablen Situation und kann den Gruppensieg mit einem Dreier in der Cristal Arena aus eigener Kraft schaffen. Dafür gibt es auch noch mal 800 000 Euro Prämie, knapp 20 Millionen hat die Mannschaft bislang ohnehin eingespielt. Sollte die zweite Partie der Gruppe E zwischen dem FC Chelsea und dem FC Valencia unentschieden enden, kann sich Bayer in Belgien sogar eine Niederlage leisten, denn bei Punktgleichheit aller drei Teams hat Leverkusen im Dreiervergleich die Nase vorn.

Daraus ergeben sich zwei Vorteile: Im Achtelfinale träfe man dann zunächst auf einen Gruppenzweiten und hätte im Rückspiel Heimrecht. «Wir sehen eine um 20 bis 30 Prozent größere Chance, das Viertelfinale zu erreichen, wenn wir Gruppenerster werden», sagte Dutt, der mit seinem Team in der Liga wieder auf Kurs und seit fünf Spielen unbesiegt ist. «In der Champions League haben wir festen Boden unter den Füßen, in der Bundesliga auf jeden Fall wieder Land in Sicht», meinte Dutt. Außerdem sei der Gruppensieg ein «deutliches Zeichen an die Konkurrenz».

Personell muss der Bayer-Coach im nur 130 Kilometer entfernten Genk weiterhin auf die schon länger verletzten Renato Augusto und Tranquillo Barnetta verzichten, auch Innenverteidiger Ömer Toprak steht nicht zur Verfügung. Dutt kündigte an, einen oder zwei frische Spieler in die Startelf zu nehmen und warnte davor, die Belgier zu unterschätzen. «Wir dürfen nicht vor lauter Euphorie in einen Konter laufen», sagte der Trainer. Ernste Sorgen macht sich der Coach allerdings nicht. «Meine Mannschaft macht mental einen gefestigten Eindruck.»

Möglicherweise entscheidet sich der Trainer für eine Spitze, dann hätte sicherlich Eren Derdiyok derzeit Vorteile gegenüber Stefan Kießling. Der Schweizer hat mit fünf Treffern in den letzten drei Spielen seine Torgefährlichkeit wieder unter Beweis gestellt. Auch Simon Rolfes und Stefan Reinartz sind Kandidaten für die Startformation.

Das 155. Europapokalspiel in der Geschichte führt die Leverkusener zum dritten Mal nach Belgien. Dabei blieb die Bayer-Elf beim Lierse SK (2:0/Champions League) und beim FC Brügge (1:1/UEFA-Pokal) unbesiegt. Allerdings konnten in dieser Saison weder der FC Chelsea (1:1) noch der FC Valencia (0:0) in der Cristal Arena gewinnen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

KRC Genk: Köteles - Vanden Borre, Anele, Nadson, Pudil - Buffel, Camus, Tözser, Barda - Kennedy, Vossen

Bayer Leverkusen: Leno - Castro, Reinartz, Friedrich, Kadlec - Bender, Rolfes - Schürrle, Ballack, Sam - Derdiyok

Schiedsrichter: PaoloTagliavento (Italien)